24,5 Millionen Wähler hätten demnach für den Amtsinhaber gestimmt. Für Ahmadinedschads reformorientierten Herausforderer, den früheren Ministerpräsidenten Mir-Hossein Mussawi, votierten 13,2 Millionen Iraner, das waren 33,7 Prozent.
Weit abgeschlagen landeten der frühere Chef der Revolutionsgarden Mohsen Resaie und Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karubi auf dem dritten und vierten Platz. Insgesamt waren etwa 46 Millionen Iraner zum Urnengang aufgerufen, wobei die Wahlbeteiligung einen Rekordwert von 85 Prozent erreichte.
Frühzeitig Wahlsieg verkündet
Schon vor der Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses hatte sich das Lager Ahmadinedschads den Amtsinhaber zum Sieger der Wahl erklärt.
Die Zahl der für Ahmadinedschad abgegebenen Stimmen mache "jeden Zweifel" an seinem Sieg hinfällig, sagte ein Vertreter aus seinem Wahlkampfteam nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen, wie die Nachrichtenagentur Fars am Samstag meldete.
Auch Mussawi-Lager beanspruchte Wahlsieg
In der Hauptstadt Teheran feierten Anhänger Ahmadinedschads den erwarteten Sieg ihres Kandidaten auf den Straßen. Stunden zuvor hatte bereits das Lager von Mussawi den Sieg für seinen Kandidaten beansprucht.
Mussawi und seine Anhänger sprachen von einer Manipulierung des Urnengangs und Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe.
Wahllokale länger geöffnet
Der Andrang an den Wahlurnen war am Freitag so groß, so dass die Wahllokale länger als ursprünglich geplant geöffnet hatten. Die relativ geringe Wahlbeteiligung in der ersten Runde der Präsidentenwahl im Iran im Jahr 2005 gilt als einer der Hauptgründe für den überraschenden Sieg des damaligen Außenseiters Ahmadinedschad vor vier Jahren.
Konfrontation mit Atompolitik
Ahmadinedschad stand vor der Wahl vor allem wegen seiner verschwenderischen Wirtschaftspolitik in der Kritik. International ging Ahmadinedschad mit seiner Atompolitik und harschen Äußerungen über Israel auf Konfrontationskurs.
"Entscheidung der Iraner"
US-Präsident Barack Obama, der im Vorfeld keinen der Kandidaten öffentlich unterstützt hatte, sagte am Freitag, die Entscheidung der Wahl gehöre den Iranern. Es könne jedoch "ebenso wie im Libanon" passieren, dass die Menschen "neue Möglichkeiten in Betracht ziehen".
Dort war das pro-westliche Lager nach der Parlamentswahl als Sieger über die israelfeindliche Hisbollah hervorgegangen. "Wer auch immer am Ende die Wahl gewinnt, die Tatsache, dass es dort eine lebhafte Debatte gab, wird uns helfen, neue Wege im gemeinsamen Dialog einzuschlagen", sagte Obama.
Link: