Erste Bauphase abgeschlossen

Die High Line ist die neue Attraktion im Szeneviertel Meatpacking District.
Der New Yorker Central Park bekommt Konkurrenz: Auf der Trasse einer stillgelegten Hochbahn im Südwesten Manhattans ist jetzt der High Line Park eröffnet worden.

Der auf den alten Backsteinviadukten der Bahn errichtete Park bietet den Besuchern völlig neue Blickwinkel auf den Hudson River, auf die Freiheitsstatue, das Empire State Building und auf alte Industriegebäude Manhattans. Mit ihrem üppigen Pflanzenwuchs ist die neue High Line außerdem eine grüne Oase mitten in der Weltmetropole.

"Viel Platz an der Luft"
©Bild: AP/Richard Drew
©Bild: AP/Richard Drew
"Anstatt dieses wertvolle Stück unserer Geschichte zu zerstören, haben wir es in einen modernen Park umgebaut, der den Bürgern viel Platz an der Luft bietet und gleichzeitig Jobs schafft", sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg bei der Eröffnung.

Umsetzung in drei Phasen
Das 152 Millionen Dollar (rund 110 Mio. Euro) teure Bauprojekt erstreckt sich über zehn Blocks und 2,4 Kilometer. Insgesamt erfolgt die Neugestaltung in drei Phasen: Teil zwei soll im Herbst 2010 eröffnet werden, für Teil drei sind noch die Genehmigungen ausständig.

Die zwei beteiligten Ingenieurs- und Architektenbüros James Corner Field Operations und Diller Scofidio & Renfro ließen die Bahngleise dabei im Originalzustand. Neben den neuen Gehwegen pflanzten sie, inspiriert durch den Wildwuchs nach Stilllegung der Bahn, mehr als 100 Pflanzenarten. In der Nacht wird die High Line mit spektakulären und energiesparenden LED-Lampen beleuchtet.

Die "Todesavenue"
Die High Line wurde in den 30ern im Westen von Manhattan errichtet. Die Züge sollten Frachten über den Straßen des damaligen Schlachthofviertels transportieren.

Güterzüge waren zuvor neben dem übrigen Verkehr durch normale Straßen gefahren und hatten nicht nur für Verkehrsinfarkte, sondern auch für viele Unfälle gesorgt. Eine der betroffenen Straßen, die 10th Avenue, hatte vor dem Bau der High Line deshalb den Beinamen "Todesavenue".

Neues Szeneviertel
In den 50ern und 60ern verlagerte sich der Gütertransport zunehmend von der Schiene auf die Straße. Ein Teil der Bahntrasse wurde bereits damals abgerissen. Der heute als High Line bekannte Teil wurde 1980 stillgelegt. Der Meatpacking District gehört heute zu den Szenevierteln der Stadt.

Ein "New Yorker Märchen"
Dass das High-Line-Projekt tatsächlich verwirklicht wurde, bezeichnete die "New York Times" jüngst als "eine Art New Yorker Märchen". Ursprünglich wollte Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani den Viadukt einebnen lassen.

Eine Gruppe engagierter Bürger hatte jedoch die Idee, die stillgelegte Trasse neu zu nutzen, und gründete den Verein Friends of the High Line. Die Debatten über Abriss oder Revitalisierung zogen sich über Jahre.

Stars engagierten sich
Dann begannen sich zahlreiche New Yorker Prominente für die Pro-High-Line-Kampagne zu interessieren, darunter die Modeschöpferin Diane von Fürstenberg und der Spitzenkoch Mario Batali.

Unter anderen sie sorgten dafür, dass nach der Zustimmung der New Yorker Stadtführung auch genügend Spenden und Sponsorengelder für das Bauvorhaben zusammenkamen.

Gewohnter Anblick
Besucher der High Line dürfen daher nicht nur auf Sehenswürdigkeiten und klassische Industriegebäude schauen, sondern auch auf großformatige Werbeplakate, etwa des Getränkekonzerns Pepsi.

Aber, kommentieren einschlägige New Yorker Stadtleben-Blogs, an diese "Advertecture", die Kombination aus Architektur und Werbung, habe man sich in New York ohnehin schon längst gewöhnt.

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