Das Meer ist dort bis zu 4.000 Meter tief, trotz aller Schwierigkeiten besteht zumindest theoretisch die Chance, die Geräte zu finden: "Sie sind mit einem Sender ausgestattet, der auf einer zivilen und auf einer militärischen Frequenz 30 Tage Signale sendet", sagte Karsten Severin von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig in einem Gespräch mit der dpa.
Blackbox-Pflicht für Flugzeuge
"Weltweit müssen alle größeren Verkehrsmaschinen mit den Boxen ausgestattet sein, empfohlen wird aber ab 5,7 Tonnen", erläuterte er. In Europa müssen Maschinen ab neun Fluggastsitzen und 5,7 Tonnen eine Blackbox haben.
"Bis zu 1.800 technische Parameter"
In einer der beiden Kisten ist der Flugschreiber: "Er zeichnet bis zu 1.800 technische Parameter auf, darunter die Flughöhe, die Geschwindigkeit, die Leistung der Triebwerke und viele andere Werte." In der anderen Box befindet sich der Voice-Recorder.
"Auf vier Kanälen werden alle Gespräche und Geräusche aus dem Cockpit aufgezeichnet", sagte Severin. Vor allem die letzte halbe Stunde sei meist sehr aufschlussreich, deshalb würden diese nach den Kanälen getrennt gespeichert.
700-km/h-Aufprall kein Problem
"Bei einem Aufprall mit 700 Stundenkilometern auf eine Betonwand wird die äußere Wand zwar ganz schön zerbeult, aber der Datenträger im Inneren ist auch dann noch verwertbar", sagte Severin.
Auch vor Feuer sind die Chips gut geschützt, die Zusammensetzung des Metallmantels hält laut Severin eine Stunde lang eine Temperatur von 1.100 Grad Celsius aus, weitere zehn Stunden immer noch 260 Grad.
"Unfallursache klären"
"Mit Hilfe der Daten können wir nicht nur die Unfallursachen klären", betonte Severin. Die Erkenntnisse helfen auch, zukünftige Flugzeuge noch sicherer zu machen.
Schwarz vom Feuer
Erfunden hat die Boxen 1958 der Australier David Warren. Die damaligen Flugschreiber hatten allerdings noch wenig mit den heutigen Hightech-Geräten zu tun. "Mit einem Griffel wurden wenige Basisdaten wie die Höhe auf eine Folie gekratzt", so Severin.
Warum die orangefarbenen Kisten Blackboxes heißen, weiß er auch nicht genau: "Vielleicht, weil sie nach ihrer Bergung oft schwarz vom Feuer sind, vielleicht aber auch, weil wir ja oft nicht wissen, welche Informationen wir bekommen werden."
Die BFU ist für die Untersuchung aller Flugunfälle auf deutschem Boden zuständig. Zudem wird sie tätig, wenn an einem Unfall eine deutsche Maschine beteiligt ist.
Anita Pöhlig, dpa
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