"Plötzlich" und "katastrophal"

Unfallursache wird weiter untersucht.
Neue Fakten lassen vermuten, dass der im Atlantik abgestürzte Air-France-Airbus aufgrund heftiger Turbulenzen während des Fluges entzweigebrochen ist.

Die brasilianische Luftwaffe wertete am Mittwoch ihre ersten Sichtungen von Wrackteilen aus. Demnach ergibt sich ein Bild von zwei Linien, entlang derer kilometerlang Flugzeugschrott zu sehen ist, wie die brasilianische Tageszeitung "Jornal do Brasil" online berichtet.

Es sprechen noch weitere Indizien für ein Auseinanderbrechen des Airbus. So sprach Air-France-Chef Henri Gourgeon von technischen Alarmmeldungen aus verschiedenen Teilen des Flugzeuges, die auf ein "noch nie gesehenes, riesengroßes Problem" hinwiesen.

Vorfall binnen Sekunden?
Ähnlich äußerte sich eine Expertin des Fachmagazins "Jane's Aviation" gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur Associated Press (AP): "Wir müssen aus den Informationen den Schluss ziehen, dass irgendetwas Katastrophales passiert ist."

Das Flugzeug sei offenbar sehr rasch abgestürzt - so rasch, dass der Pilot nicht einmal mehr die Möglichkeit hatte, einen Notruf abzusetzen.

Durch heftige Turbulenzen zerrissen?
Experten diskutieren seit Tagen, ob Blitzschlag als Unfallursache infrage kommt oder ob heftige Turbulenzen möglicherweise zum Absturz führten. Letzteres würde im Extremfall ein Auseinanderbrechen des Flugzeuges erklären.

Wie Air France bekanntgegeben hatte, sei das Flugzeug in üblicher Höhe (etwa 10.670 Meter) geflogen, bevor es am Äquator ein Gebiet mit ungewöhnlich schweren Unwettern erreichte.

Henry Margusity, ein Meteorologe des Wetterinformationsdienstes AccuWeahter.com, berichtete gegenüber der AP, dass zu diesem Zeitpunkt Wirbelstürme von bis zu 15.240 Meter Höhe registriert worden seien. Es sei also möglich, dass die Maschine mitten in der gefährlichsten Höhe in einen Wirbelsturm flog.

Französisches Amt warnt vor Spekulationen
Bedeckt hält sich hingegen der Direktor des französischen Amts für Unfallanalysen (BEA), Paul-Louis Arslanian, in Paris. "Wir können uns nicht erlauben zu spekulieren. Wir müssen alles verifizieren." Hinweise auf Probleme mit dem Flugzeug seien unsicher.

Die Maschine sei in "einer stürmischen Lage" gewesen. "Die Tatsache, dass man kein Signal bekommen hat, hat überhaupt keine Bedeutung", sagte Arslanian. Das Flugzeug kann also nach den automatischen Schadensmeldungen noch weitergeflogen sein.

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