Beständigkeit als Konzept

AC/DC setzten auch nach acht Jahren Pause ihren Erfolgsweg fort.
Nach acht Jahren Pause hat das australische Quintett AC/DC im vergangen Oktober ein neues Album mit dem Titel "Black Ice" vorgelegt.

Obwohl erst kurz vor Jahresende erscheinen, brach es fast alle Rekorde: Nur die Briten Coldplay schlugen mit "Viva La Vida Or Death And All His Friends" AC/DC beim meistverkauften Album 2008.

Fast so erfolgreich wie die Beatles
Dass es überhaupt eine neue Platte der Rockband gab, war nicht unbedingt selbstverständlich. Ausgesorgt haben die Australier schon lange, das zeigt ein Blick auf die Tonträger-Verkaufszahlen. Der AC/DC-Backkatalog verkauft sich so gut wie kein anderer einer aktiven Band, nur Alben der Beatles wandern noch öfter über die Ladentische.

Keine Lust auf Downloads
AC/DC sind offenbar ein Phänomen, aber eines, das weitgehend unter der medialen Wahrnehmungsschwelle passiert. Außer Gerüchten über angebliche Studioaufenthalte hatte man von den fünf Australieren seit ihrem letzten Studioalbum "Stiff Upper Lip" (2000) nur wenig gehört.

Noch dazu legt sich die Band quer, was aktuelle Entwicklungen in der Musikbranche betrifft: Download-Shops wie iTunes zeigt sie die kalte Schulter, sie erlaubt anderen Künstlern nicht, ihre Songs zu sampeln, und nicht einmal Greatest-Hits-Sammlungen stimmt sie zu.

Prominenter Produzent
Veränderungen gehören bei AC/DC nicht zum Geschäftsmodell und nicht zum musikalischen Konzept - mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Das Album "Black Ice" nahmen die Gitarrenbrüder Angus und Malcolm Young, Sänger Brian Johnson, Schlagzeuger Phil Rudd und Bassist Cliff Williams im kanadischen Vancouver auf. Als Unterstützung für ihr neues Projekt holten sie sich den Produzenten Brendan O'Brien, der zu seiner Klientel auch Größen wie Rage Against The Machine, Pearl Jam, Bruce Springsteen und Soundgarden zählt.

Vorbild "Back In Black"
Laut O'Brien sind es vor allem die Songs des bisher erfolgreichstem Albums "Back In Black", an die er sich im Zusammenhang mit der Band spontan immer als Erstes erinnert. In Kombination mit dem Titel des neuen Albums, "Black Ice", dürfte die grobe Richtung schon einigermaßen klar sein.

Auch auf "Black Ice" spielen die Musiker wieder ihre schörkellöse Version von hartem Rock mit Blues-Elementen, die sie nach dem Einsetzen des ersten Gitarrenakkords sofort erkennbar macht.

Vertonte Aggression mit Augenzwinkern
Auf 55 Minuten werden die Hörer durch 15 Songs gepeitscht, in denen die typschen AC/DC-Markenzeichen in einer Intensität vorhanden sind, die man zuletzt auf "Back In Black" (1980) und "Razor's Edge" (1990) spürte. "Black Ice" ist zwar einerseits wieder vertonte Aggression, allerdings mit jenem Augenzwinkern, das manch anderer Hardrock-Band fehlt.

Im Hause AC/DC ist also alles beim Alten. Laute, treibende Stadionstampfer wie "Big Jack" und "Anything Goes" wechseln sich ab mit Bluessongs, die einem Muddy Waters zur Ehre gereichen würden. Freunde der Innovation und der Veränderung könen damit wohl nicht viel anfangen, Fans frohlocken hingegen ob des neuen, alten AC/DC-Sounds.

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