Die Zahl der Neuanmeldungen sei derzeit etwa dreimal so hoch wie im selben Zeitraum vergangenen Jahres, bestätige GÖD-Sprecher Hermann Feiner gegenüber der APA. Seit Beginn der Streitigkeiten verzeichne man pro Woche 500 bis 700 Neueintritte.
"Gewaltige Solidaritätswelle"
"Es gibt eine gewaltige Solidaritätswelle", so Feiner. Und so gebe es auch in anderen Fachbereichen einen regen Zulauf: "Er ist in der Lehrergewerkschaft zwar besonders stark, aber es betrifft den gesamten öffentlichen Dienst."
Denn auch Justizmitarbeiter und Exekutivbeamte fürchten derzeit herbe Einsparungsmaßnahmen. Die Mitarbeiter in der GÖD-Zentrale hätten jedenfalls "alle Hände voll zu tun", so Feiner. Rund 4.600 Neueintritte zählte die GÖD seit 1. Jänner.
"Wildeste Gerüchte"
"Es gibt die wildesten Gerüchte", erklärte der stellvertretende GÖD-Vorsitzende Richard Holzer Mitte der Woche gegenüber der APA.
Ob aber tatsächlich eine breite Protestwelle im Bundesdienst im Anrollen sei, wie die "Presse" schrieb, könne er nicht sagen, betonte der FSG-Chef in der GÖD. Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) versuchte unterdessen zu beruhigen.
Nicht nur Lehrer bei Demo?
Holzer bestätigte, man gehe in der GÖD davon aus, dass im Zuge der für Donnerstag geplanten Demonstration in Wien nicht nur die Lehrer auf die Straße gehen werden. Auch alle anderen Bereiche des öffentlichen Dienstes seien eingeladen, nach ihren Möglichkeiten teilzunehmen. Die Unterrichtsverwaltung habe ihre Teilnahme schon zugesagt.
Auch Justiz und Polizei in Sorge
Holzer verwies darauf, dass auch bei den Richtern, in der Justizverwaltung und bei der Exekutive von Einsparungen die Rede sei. Man kenne aber keine Details. Die Gerüchte würden entstehen, weil das Finanzministerium über das Budget ein Geheimnis mache und vor der Budgetrede am Dienstag keine Daten nenne.
Der vor drei Wochen von der GÖD gefasste Vorratsbeschluss für etwaige Streiks umfasst jedenfalls nicht nur die Lehrer, sondern ist grundsätzlich für alle Bereiche des öffentlichen Dienstes gültig.
Droht Beamtenschwund?
Im Beamtenministerium sieht man die Angelegenheit nicht so heiß. Ministerin Heinisch-Hosek habe mit den Vertreten des öffentlichen Dienstes ein gutes und konstruktives Gesprächsklima, hieß es auf APA-Anfrage. Dass in der Verwaltung zehn Prozent der Posten eingespart werden sollen - das wären fast 5.000 von insgesamt 48.000 -, wie die "Presse" berichtete, wurde dementiert. "Das stimmt nicht", hieß im Büro der Ministerin.
Wie viele es tatsächlich seien, könne man aber vor der Budgetrede nicht sagen. Das Beamtenministerium verwies darauf, dass mit Ausnahme der Exekutive und der Bildung derzeit im gesamten Bundesdienst nur jede zweite Pensionierung nachbesetzt werde.
"Die Leute rücken zusammen"
Ein weiterer Grund für den regen Zulauf zur Gewerkschaft sei neben der Lehrerdebatte und geplanten Einsparungen auch die Wirtschaftskrise, meinte Feiner. "Die Leute rücken zusammen." Derzeit hat die Beamtengewerkschaft 234.750 Mitglieder.
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