Vorzeitige Abreise
Die Delegationen aus den USA und Israel reisten vorzeitig ab, weil der Entwurf der Abschlusserklärung eine Passage enthielt, in der der Zionismus mit Rassismus auf eine Stufe gestellt wurde.
Bei der fünftägigen Folgeveranstaltung von 20. bis 25. April in Genf soll erörtert werden, welche Fortschritte die Weltgemeinschaft seit 2001 im Kampf gegen den Rassismus gemacht hat. Viele Staaten fürchten aber, dass die Konferenz erneut als Plattform für anti-israelische Propaganda missbraucht werden könnte.
Menschenrechtsrat als Ausrichter
Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bisher mehr als 30 Staaten ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad.
Organisiert wird die Konferenz vom UNO-Menschenrechtsrat, dem 47 Staaten angehören, darunter auch solche wie Saudi-Arabien, Pakistan, Kuba, Russland und China, denen immer wieder Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt werden.
Mangelnde Objektivität?
Kritiker werfen dem Gremium schon seit seiner Gründung 2006 mangelnde Objektivität vor. Sie bemängeln, dass die Delegierten der islamischen Staaten Diskussionen über Menschenrechtsverletzungen in ihren Heimatländern regelmäßig verhindern, aber immer wieder israelkritische Resolutionen durchsetzen.
Die USA, die eine Mitgliedschaft von Anfang an ablehnten, haben ihren Beobachterstatus im Menschenrechtsrat mittlerweile aufgegeben.
Libyen als Vorsitzland
Verantwortlich für die Konferenz in Genf zeichnet das "Vorbereitungskomitee", eine Gruppe von 20 Staaten, die auch für den Entwurf des Schlussdokuments zuständig sind. Den Vorsitz in diesem Gremium hat Libyen.
Israel und Kanada haben bereits vor längerem beschlossen, dem Treffen fernzubleiben, am Wochenende entschieden sich auch die USA, Deutschland und die Niederlande für einen Boykott.
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