"Ich glaube, es funktioniert"

Wasserabweisend, antibakteriell, wärmend, nicht entflammbar, antistatisch - und bequem und schick obendrein.
Manche träumen bereits davon, dass das Problem müffelnder männlicher Teenager für immer der Vergangenheit angehören wird: Derzeit wird die erste "unstinkbare" Unterwäsche der Menschheitsgeschichte im Weltraum einem Härtetest unterzogen.

Koichi Wakata, der erste Japaner an Bord der Internationalen Weltraumstation (ISS), ist mit der eigentümlichen Mission beauftragt. "Er kann seine Unterhosen länger als eine Woche tragen", meinte Koji Yanagawa von Japans Raumfahrtagentur stolz gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

"Die anderen waren sehr verschwitzt"
Die Kleidung mit dem Namen "J-ware" wurde an der Frauenuniversität Tokio entwickelt. Bereits vor einem Jahr testete der japanische Astronaut Takao Doi bei seinem Weltraumflug einen Prototyp. "Die anderen Astronauten waren sehr verschwitzt, aber er nicht", betonte Yanagawa.

Mittlerweile soll die Entwicklung noch ausgereifter sein: Die Kleidung ist demnach wasserabweisend, antibakteriell und äußerst wärmend zugleich; außerdem sei sie nicht entflammbar, antistatisch - und zudem bequem und schick, wie betont wird.

Ernstzunehmendes Problem
Im Weltraum ist Wechseln der Kleidung tatsächlich ein Problem: Es gibt keine Möglichkeit, Kleidung zu waschen. Daher müssen alle nötigen frischen Wäschestücke für die Dauer eines ganzen Weltraumeinsatzes - mit enormen Transportkosten - mitgenommen werden.

Wochenlang frische Wäsche würde die Kosten von Weltraumeinsätzen deutlich reduzieren. Japan garantierte auch, dass man die Superwäsche nach dem Abschluss aller Produkttests auch der US-Weltraumbehörde NASA und anderen Raumfahrtagenturen zur Verfügung stellen werde.

Superwäsche soll in den Handel kommen
"J-ware" soll auch in den regulären Handel kommen. Ängste, dass Sauberkeit dann endgültig aus der Mode kommen könnte, bekämpfen die Hersteller auf ihre Art: Man arbeite bereits an einer Version, die dieses Problem mit einer hauchdünnen chemischen Schicht behandle.

Vorerst muss Astronaut Wakata aber den ersten Unterwäsche-Härtetest absolvieren. Er kam letzte Woche für einen dreimonatigen Aufenthalt auf der ISS an. "Bisher hat sich noch niemand beschwert, ich glaube also, es funktioniert", urteilte er am Sonntag über seine Unterwäsche.

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