Dieser Irrglaube treibe die Menschen dazu, sogar Straßenkinder und Alte zu verdammen, weil sie sie für Hexen hielten. Die weitere Verbreitung des katholischen Glaubens bietet nach den Worten des Papstes einen Ausweg.
Missionierung als "Pflicht"
Christus jenen Menschen zu zeigen, die etwa dem Geisterglauben verhaftet seien, sei keineswegs ein Unrecht, sondern sogar "unsere Pflicht", erinnerte der Papst die Priester, Bischöfe, Ordensleute und Katecheten, mit denen er in der Sankt-Pauls-Kirche die Messe feierte.
Manche könnten hier einwenden: "Sie haben Ihre Wahrheit, und wir haben unsere." Von dieser "falsch verstandenen Toleranz" und Gleichgültigkeit riet der Papst jedoch ab, wie Radio Vatikan berichtete.
Große Orientierungslosigkeit
Auch fünf Jahrhunderte nach dem Beginn der Evangelisierung Angolas seien viele Menschen orientierungslos oder glaubten sich von unheilvollen Geistern und Mächten bedroht, meinte das Oberhaupt der katholischen Kirche. "Unsere Aufgabe ist es, allen die Möglichkeit zu bieten, das ewige Leben zu erreichen."
Die Missionierung sei heute ebenso wichtig wie vor 500 Jahren, als die ersten Missionare nach Afrika kamen, warb der Papst, dessen Predigt auf einer großen Leinwand auch auf den Vorplatz der Kirche übertragen wurde.
Kampf gegen Armut
Am Freitag hatte der Papst bei einem Treffen mit Angolas Präsident Jose Eduardo dos Santos zum Kampf gegen Armut und Korruption aufgerufen. "Die große Zahl der Angolaner, die unter großer Armut leben, darf nicht vergessen werden", sagte Benedikt.
Angola zählt laut Transparency International zu den korruptesten Ländern der Welt. Trotz seines Ölreichtums müssen zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen.
Zugleich stießen einige Äußerungen des Papstes auf Kritik. Er sprach sich deutlich gegen Abtreibung aus, gleich aus welchen Gründen - also auch, wenn die Gesundheit der Mutter durch die Schwangerschaft bedroht ist.
Mehrheit ist katholisch
In Angola wurde der Papst dennoch frenetisch gefeiert. Etwa 55 Prozent der Bevölkerung gehören offiziell der katholischen Kirche an. 25 Prozent werden traditionellen Religionen zugerechnet. Einige Sekten praktizieren Menschenopfer, bei denen Berichten zufolge auch immer wieder Kinder sterben.
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