Schüler helfen beim Pflanzen

Wilson brachte Schafe in das Weiße Haus. Sie sollten den Rasen "mähen".
Zu dem Ziergarten mit Zinnien, Kapuzinerkresse und Ringelblumen wird sich künftig auch ein eigener Gemüsegarten rund um das Weiße Haus gesellen. In den Beeten sollen nun Spinat, Brokkoli und Salatköpfe wachsen. Den ersten Spatenstich dazu setzte die neue First Lady Michelle Obama mit Schulkindern aus Washington.

Erntehelfer aus der Schule
Gemeinsam wurden Beete auf rund 100 Quadratmetern so umgegraben, dass dort so bald wie möglich Gemüse angebaut werden kann. "In ein paar Wochen beginnen wir mit dem Pflanzen", sagte Obama. Sie rechne damit, dass noch vor den Sommerferien "eine Menge tolles Gemüse und Früchte" zu ernten sei.

Die Schüler sollen nicht nur im April beim Aussäen und den Pflanzarbeiten helfen, sondern den Garten auch in Zukunft pflegen und beim Ernten helfen. Bis zu 55 Obst- und Gemüsesorten, darunter auch Küchenkräuter, Himbeeren und Brombeeren, sollen angepflanzt werden. Sogar einen eigenen Honig will sie produzieren.

Gesunde Ernährung
"Ich möchte, dass unsere Familie, die Bediensteten und die Gäste im Weißen Haus wirklich frisches Gemüse und Obst bekommen", sagte die First Lady.

Auch für eine nahe gelegene Armenküche, die Obama nach dem Einzug ins Weiße Haus bereits aufgesucht hatte, solle etwas abfallen. Die Kosten des Gemüsegartens sind auf 200 Dollar veranschlagt.

Grüne Bürgerinitiativen hatten sich für die Wiederbelebung dieser Tradition unter den Obamas eingesetzt - als vorbildliches Symbol lokal angebauter Nahrung. Die Organisation Kitchen Gardens International etwa sammelte einige hunderttausend Unterschriften für ihr Anliegen.

Erziehung der Gesellschaft
Obama verfolgt auch noch einen anderen Zweck. Über die Zusammenarbeit mit den Kindern hoffe sie, auch deren Familien und dadurch die Gesellschaft zu erziehen, erklärte die First Lady gegenüber der "New York Times". Immer wieder hatte sie sich für eine gesündere Ernährung eingesetzt.

Unterbrochene Tradition
John Adams, der im Jahr 1800 das Weiße Haus bezog, war der Erste, der einen Garten dort anlegte. Woodrow Wilson brachte Anfang des 20. Jahrhunderts Schafe dazu, die den Rasen "mähen" sollten.

1943 legte Eleanor Roosevelt gegen den Widerstand des Landwirtschaftsministeriums einen Nutzgarten an. Damit inspirierte sie während des Zweiten Weltkriegs viele Amerikaner, ebenfalls ihr eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Diese Tradition nehmen die Obamas nun wieder auf.

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