Verfahren gegen Vater eingeleitet

Die österreichischen Grünen fordern ein absolutes Waffenvebot für Private - mit Ausnahmen auch für Sportschützen.
Nach dem Amoklauf mit 16 Toten im deutschen Winnenden wird nun auch gegen den Vater des 17-jährigen Täters wegen eines Verstoßes gegen das deutsch Waffenrecht ermittelt. Offenbar nahm Tim K. die Tatwaffe aus dem Schlafzimmer seiner Eltern, wo sie frei zugänglich herumlag.

"Es deutet alles darauf hin, dass der Vater hier nachlässig war, was das Verwahren dieser einen Waffe anbelangt", sagte der leitende Kriminaldirektor Ralf Michelfelder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Alle anderen Waffen des Vaters lagen sicher in einem Tresor.

Als Vaters Gast im Schützenverein
Auch Munition "im dreistelligen Bereich" soll der Täter aus den Vorräten seines Vaters genommen haben. "Ein großer Teil der Munition war im Haus nicht verschlossen, so dass der junge Mann Zugriff darauf hatte", sagte Michelfelder am Mittwoch.

Der Vater des Burschen ist Mitglied im örtlichen Schützenverein und besitzt laut kriminalpolizeilichen Angaben 15 Waffen. Immer wieder nahm er seinen Sohn als "Gastschützen" in den Schützenverein mit.

Eltern verließen Wohnort
Die Eltern des Amokläufers haben ihren Wohnort unterdessen zunächst verlassen. "Die Eltern sind bereits am Mittwoch auf eigene Initiative hin gegangen", sagte Polizeisprecher Klaus Hinderer in Waiblingen am Donnerstag. Der Ort ihres Verbleibs werde nicht bekanntgegeben.

Das Paar wolle in Ruhe gelassen werden und werde "nicht von der Polizei geschützt", sagte Hinderer. Das Haus der Eltern liegt in einer Sackgasse im Ort Leutenbach rund 25 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Das Elternhaus wurde am Vortag von Journalisten belagert.

Grüne für absolutes Waffenverbot
In Reaktion auf den Vorfall forderten die österreichischen Grünen ein generelles Privatwaffenverbot. Das schaffe "am meisten Sicherheit". Zwei Drittel der Tötungen im Familienbereich erfolgten durch Schusswaffen, so der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser.

Steinhauser verwies darauf, dass es seit der letzten Verschärfung des heimischen Waffenrechts weniger Morde mit Schusswaffen gegeben habe. Er forderte strengere Kontrollen auch der geltenden Rechtslage, auch im Hinblick auf die sichere Verwahrung der Waffen.

FPÖ zuletzt für Liberalisierung
Auch die Grünen wollen allerdings Ausnahmen eines generellen Privatwaffenverbotes für Jäger und Sportschützen. Zuletzt hatte sich die FPÖ mit dem Argument, dass das mehr Sicherheit für die Bevölkerung bringe, für die Liberalisierung des Waffenrechts starkgemacht.

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