Wilde Verfolgungsjagd über den Highway

Amoklauf durch zwei US-Kleinstädte mit bis zu zwölf Opfern schockiert Alabama.
Ein Amokläufer hat im Süden des US-Bundesstaats Alabama nach unterschiedlichen Angaben zwischen zehn und zwölf Menschen erschossen.

Die Tat geschah laut Informationen der US-Bundespolizei FBI Dienstagabend (Ortszeit) und nahm ihren Ausgangspunkt an einer Tankstelle in der Kleinstadt Samson im Südosten Alabamas nahe der Grenze zu Florida.

Ehefrau und Kind eines Sheriffs getötet
Der Amokläufer Michael McLendon schoss demnach an mehreren Orten um sich und lieferte der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd, bevor er selbst starb.

Ob der Mann Selbstmord beging oder während eines Feuergefechts mit der Polizei getötet wurde, war vorerst unklar.

Laut FBI erschoss der Mann in Samson fünf Menschen, darunter die Ehefrau und das drei Monate alte Kind eines Sheriffs. Während der Verfolgungsjagd mit der Polizei über einen Highway habe der Täter dann mehrfach das Feuer auf unbeteiligte Fahrzeuge und Streifenwagen eröffnet, hieß es weiter.

In Geschäften um sich gefeuert
Zweiter Schauplatz der Wahnsinnstat war die Ortschaft Geneva rund 20 Kilometer vom ersten Tatort entfernt. Der Mann feuerte dort laut FBI unter anderem in Supermärkten und Geschäften um sich.

Haus der Mutter angezündet
Der Bürgermeister der Kleinstadt, Wynnton Melton, sagte, unter den Toten befinde sich auch die Mutter des Mörders. Der Mann soll das Haus seiner Eltern in der Nähe der Ortschaft Kingston in Brand gesteckt haben. Die Polizei fand darin eine Leiche, bei der es sich um die Mutter des Täters handeln dürfte.

Laut Meltons Angaben starben in der Bezirkshauptstadt zwei weitere Menschen in einem Lebensmittelgeschäft sowie der Lenker eines Fahrzeuges auf dem Highway.

Möglicherweise noch weitere Opfer
Vorerst schloss die Polizei nicht aus, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Mehrere Personen wurden verletzt. Der TV-Sender NBC15 berichtete von insgesamt zwölf Opfern, darunter sieben in Samson, unter ihnen die Großeltern des Täters sowie zwei weitere Verwandte.

"Es handelt sich um sehr schwierige Ermittlungen mit mehreren Tatorten", hieß es seitens der zuständigen Ermittler.

Motiv völlig unklar
Laut Angaben der Sicherheitsbehörden des Bundesstaats beging McLendon Selbstmord. Ein Beamter sprach jedoch davon, dass der Täter während eines Schusswechsels starb: "Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam", so der Polizist. "Wenn wir ihn nicht getötet hätten, hätte er weitergemacht."

Sein Motiv war vorerst völlig unklar. Lokale Medien spekulierten, Grund für die Wahnsinnstat könnten Existenzsorgen gewesen sein. McLendon hatte seinen Job beim Unternehmen Reliable Metal Products kürzlich verloren.

Klar war nur, dass der Mann keine Komplizen hatte. Er hatte offenbar eine oder mehrere halbautomatische Waffen bei sich.

Ähnliche Tat erst vor einer Woche
In den USA war es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu ähnlichen Wahnsinnstaten gekommen. Erst vergangene Woche erschoss ein Mann in Cleveland (Bundesstaat Ohio) fünf Familienangehörige und anschließend sich selbst.

Eine der schlimmsten Bluttaten dieser Art ereignete sich im April 2007 auf einem Universitätscampus in Blacksburg im Bundesstaat Virginia, als ein Student 32 Menschen und sich selbst tötete. Experten verweisen immer wieder auf die liberalen US-Waffengesetze, die solche Taten leichter ermöglichten. In den meisten Bundesstaaten ist das Tragen von Waffen erlaubt, der Kauf ist kaum mit Hürden verbunden.

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