Obama: Größere Schwächen als bei uns
Denn er befürchtet, dass sich der Aufschwung in den USA wegen Problemen in Europa, die auf sein Land zurückwirken, verzögert. In einem Interview mit der "New York Times" meinte Obama wörtlich: "Zum Teil geht das, was wir zurzeit beobachten, auf Schwächen in Europa zurück, die größer sind als einige unserer eigenen, und die sich in der Rückkoppelung auf unsere Märkte auswirken."
Obama verwies darauf, dass die Erholung der Konjunktur und des Arbeitsmarkts in den USA davon abhänge, ob andere Länder "ähnliche Schritte" wie seine Regierung unternähmen.
"Grundpfeiler für Erholung"
Zuvor hatte Obama betont, bis zum Jahresende würde der Grundstein für eine wirtschaftliche Erholung in den USA gelegt sein. "Wir glauben und gehen davon aus, dass wir die Grundpfeiler einer Erholung in diesem Jahr errichten können", so Obama gegenüber der "New York Times".
Auch IWF kritisiert EU scharf
Unklar ist, worauf sich Obama mit seiner Kritik an Europa genau bezog. Offenbar befürchtet der US-Präsident jedoch, dass Europa zu zögerlich gegen die Krise ankämpft.
Ähnliche Kritik hatte zuletzt ganz massiv auch der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, geübt. Kahn warf den EU-Staats- und -Regierungschefs nach ihrem Sondergipfel vor einer Woche mangelhafte Zusammenarbeit im Kampf gegen die Krise vor. Die Gemeinschaft habe beim Gipfel "nicht ihr Bestes" gegeben, so Strauss-Kahn ganz offen.
Kritik an mangelnder Hilfe für Osteuropa
Den Staats- und Regierungschefs sei es "so gut wie nicht" gelungen, irgendeine Form von gemeinsamer Lösung zu finden. Die EU hatte bei ihrem Gipfel zur Finanzkrise einen milliardenschweren Nothilfefonds für Osteuropa abgelehnt und will die Unterstützung angeschlagener Mitglieder stattdessen im Einzelfall prüfen.
Der IWF-Chef zeigte sich weiterhin besorgt, dass die EU nicht die richtigen Maßnahmen bei der Neuordnung des Bankensektors ergreifen werde.
IWF: Weltwirtschaft wird schrumpfen
Erst vor wenigen Tagen ließ der IWF mit einer neuen dramatischen Prognose aufhorchen: Demnach wird auch eine weltweite Rezession nicht mehr ausgeschlossen.
"Der IWF wird seine Vorhersage voraussichtlich weiter nach unten korrigieren - wahrscheinlich in den negativen Bereich", sagte IWF-Ökonom Nicolas Eyzaguirre vor wenigen Tagen in Porto. In seiner jüngsten Prognose hatte der Fonds Ende Jänner noch ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent veranschlagt.
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