Dienstleistungssektor und Teilzeitjobs

Teilzeitarbeit als Chance für Wiedereinstieg.
Die Zahl der Frauen, die einen Job ausüben, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Während im Jahr 2000 1,38 Mio. Frauen in Beschäftigung standen, waren es 2008 bereits 1,59 Mio., geht aus Unterlagen des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor.

Im Februar 2009 ist die Beschäftigung insgesamt in Österreich erstmals seit 2002 zurückgegangen. Trotzdem stieg die Frauenbeschäftigung - bei den Männer sank sie.

Zurückzuführen sei die steigende Frauenbeschäftigung darauf, dass Frauen vor allem im Dienstleistungssektor tätig sind. Diese Berufe hätten in den vergangenen Jahren eine Expansion erfahren, so das AMS. Aber auch die Teilzeitjobs bei Frauen boomen weiter.

Auch Erwerbsquote gestiegen
Ebenso wie die Zahl der beschäftigten Frauen stieg auch die Erwerbsquote in den letzten Jahren fortlaufend: 2002 belief sich die Frauenerwerbsquote auf 60,8 Prozent (Anteil aller Erwerbspersonen an der Bevölkerung von 15 bis 60 Jahre), 2006 auf 63,2 Prozent und 2007 lag sie bei 63,8 Prozent. Zum Vergleich: Die Erwerbsquote bei Männern betrug im Jahr 2007 77,4 Prozent.

Die höchste Erwerbsquote liegt mit 81,5 Prozent bei Frauen zwischen 25 und 30 Jahren. Zwischen 30 und 40 Jahren gibt es hingegen einen Einbruch auf 77,2 Prozent, danach steigt der Anteil der erwerbstätigen Frauen wieder. Ab einem Alter von 55 Jahren beläuft sich die Erwerbsquote nur noch auf 38,5 Prozent.

Rund 1,6 Mio. beschäftigte Frauen
Im Jänner dieses Jahres waren 1,59 Mio. Frauen in Beschäftigung (plus 1,3 Prozent im Vorjahresvergleich). Insgesamt wurde im ersten Monat 2009 im Vergleich zum Jänner des Vorjahres nur noch ein leichtes Plus von 0,2 Prozent bei der Beschäftigung verzeichnet, bei den Männern ging die Zahl um 0,8 Prozent zurück.

Prekärer sind unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise die Zahlen für Februar: Insgesamt gibt es bei der Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 0,7 Prozent, bei Männern beläuft sich das Minus auf 2,2 Prozent. Bei der Frauenbeschäftigung wurde im Februar noch ein hauchdünnes Plus von 0,9 Prozent verzeichnet.

Immer mehr Teilzeitjobs
Die hohe Beschäftigung sei aber auch zu einem großen Teil auf das Anwachsen der Teilzeitjobs zurückzuführen, so Hilde Stockhammer, Leiterin der Abteilung Arbeitsmarktpolitik für Frauen beim AMS.

Dennoch bedeute eine hohe Frauenbeschäftigung laut einer Studie der Synthesis Forschungsgemeinschaft nicht automatisch niedrige Einkommen: "Die Standardformel 'hohe Frauenbeschäftigung, niedrige Einkommen' stimmt nicht generell", so Stockhammer.

Worauf Frauen Wert legen
Ein wichtiger Punkt, auf den Frauen bei der Wahl des Unternehmens Wert legen, seien flexible Arbeitszeiten - im Interesse der Familien, so Stockhammer. Auch das Arbeitsklima im Betrieb sei für das weibliche Geschlecht entscheidend.

Teilzeit sei für viele Frauen die einzige Möglichkeit, wieder in den Beruf einzusteigen, und werde oft genutzt, um später wieder Vollzeit einzusteigen. Allerdings müssten Betroffene nicht selten die Branche oder den Beruf komplett wechseln und würden unter ihrer Qualifikation eingesetzt, stellte sie fest.

Frauen profitieren von Qualifizierung
Bekannt sei, dass eine höhere Qualifikation auch höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bedeutet: "Frauen haben da sehr aufgeholt und sind bereits teilweise vor den Männern. Das ist auch auf dem Arbeitsmarkt umzusetzen, das muss eingefordert werden und auch entsprechend gezahlt werden."

Untersuchungen würden auch belegen, dass Frauen stärker von Qualifizierungsmaßnahmen profitieren als Männer, sagte Stockhammer. So würden sie etwa nach einer Schulung durchschnittlich auf mehr Beschäftigungstage und ein höheres Gehalt kommen.

"Dadurch schließt sich ein bisschen der Gender-Gap", so Stockhammer. Denn trotz des zunehmenden Engagements der Frauen auf dem Arbeitsmarkt sei noch keine Chancengleichheit gegeben: "Der Einkommensunterschied zieht sich durch. Es gibt aber Betriebe und Arbeitsplätze, wo auch Frauen gute Einkommen erzielen können."

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