Das könne in diesem Fall nicht das Problem gewesen sein, sagte Kurt Meier, Direktor der insgesamt zehn Zürcher Pflegezentren und Chef von rund 2.000 Mitarbeitenden, gegenüber dem "Tagesanzeiger".
Gut ausgebildete Pflegerinnen
Jene drei Frauen, die im Zentrum der Ermittlungen stehen und bereits fristlos entlassen wurden, seien gut ausgebildet und würden bereits seit geraumer Zeit im Heim Entlisberg arbeiten. Sie sind zwischen 24 und 34 Jahre alt, schreibt die Schweizer Nachrichtenagentur SDA.
"Reaktion auf Überforderung"
Es kommen in der intensiven, in den Medien geführten Debatte nicht nur Stimmen der Empörung zu Wort. Im Interview mit dem "Tagesanzeiger" sagt Roland Kunz, Chefarzt des Schweizer Langzeitpflegeheims Sonnenberg:
"Im ersten Moment war ich auch einfach nur schockiert, als ich das las. Beim Darübernachdenken bin ich aber zum Schluss gekommen, dass es sich dabei wahrscheinlich nicht um bösen Willen, sondern um eine fehlgeleitete Reaktion auf eine Überforderung handelt. Diese unerhörte Respektlosigkeit ist wohl eine groteske Art, wie die Pflegenden die Belastungen ihres Berufsalltags verarbeiteten."
"Das Primitive bricht hervor"
Das Gros der Schweizer Bevölkerung sieht das anders, zumindest entsteht beim Lesen diverser Webforen der Eindruck. Auf Zuri.net schreibt ein anonymer User:
"Man sieht's überall. Ob bei Banken auf höchster Ebene oder in der Krankenpflege. Die Zivilisation der Menschheit ist eine dünne Schicht. Immer wieder bricht das Primitive, Dumme, Sadistische und Egoistische hervor wie eh und je. Da hilft kein Parfüm, keine Designerkleidung und anscheinend auch keine Bildung. Wenn der Mensch ein Problem hat, reagiert er oft nicht anders als im Mittelalter, das immer als rückständig belächelt wird."
Links:
- Kunz-Interview ("Tagesanzeiger")
- Debatte auf Zuri.net