Zudem sollen bis dahin 90 Prozent der Vierjährigen an vorschulischen Bildungsprogrammen teilnehmen. Schon jetzt beginnt für die meisten Kinder in der Europäischen Union das organisierte Lernen vor der Einschulung.
Etwa 87 Prozent der Vierjährigen nahmen 2006 an Bildungsprogrammen in Kindergärten und Vorschulen teil, wie das europäische Bildungsnetzwerk Eurydice in einer am Montag in Brüssel veröffentlichten Studie herausfand.
EU-Studie mit Kritik an Österreich
In der Studie wird Kritik an Österreich laut, vor allem was die Bildung der Jüngsten betrifft. Nur etwa die Hälfte der Dreijährigen (48,5 Prozent) nimmt in Österreich an einem vorschulischen Bildungsangebot teil.
EU-weit sind es fast drei Viertel (73,9 Prozent). Dagegen weist Österreich bei den Vierjährigen schon Teilnehmerraten von 83,2 Prozent und bei den Fünfjährigen von 93,0 Prozent auf, was über dem EU-Schnitt liegt.
Lange Karenz als "Hürde"
Dabei könnten Sozialsysteme, die Mutter und Vater einen langen Elternurlaub und großzügige Sozialleistungen sichern, wie das in Österreich, Estland, Litauen und Rumänien der Fall sei, auch eine "indirekte Hürde" für eine Teilnahme von Kindern an frühen vorschulischen Bildungseinrichtungen darstellen, heißt es in der EU-Studie.
Bei Kindern unter drei Jahren sind nach Schätzungen der EU-Kommission die meisten in Dänemark und Schweden in öffentlichen Betreuungseinrichtungen (83 bzw. 66 Prozent) untergebracht, während der Anteil für Österreich auf nur elf Prozent geschätzt wird.
Ziele sollen nicht bindend sein
Weitere angestrebte Bildungsziele der EU: Der Anteil der 15-Jährigen mit Schwächen im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften soll auf unter 15 Prozent sinken. Die Zielzahlen wären rechtlich nicht bindend.
"Wichtig ist, dass wir diese Ziele nicht als verbindliche Vorgaben für die nationalen Bildungssysteme interpretieren, sondern als europäische Durchschnittswerte", sagte Staatssekretär Andreas Storm vom Bundesbildungsministerium. Sie sollten lediglich den Vergleich zwischen den einzelnen EU-Staaten ermöglichen. Im Mai sollen die Vorgaben endgültig verabschiedet werden.
"Noch weit von Zielen entfernt"
Einige der Ziele sind nicht neu. Die Bildungsminister hatten bereits vor sechs Jahren fünf gemeinsame Ziele beschlossen, die bis 2010 von den 27 Mitgliedsländern erfüllt werden sollten. Davon wird die EU aber voraussichtlich vier Vorhaben verfehlen.
"Auf europäischer Ebene sind wir noch weit von den angestrebten Zielen entfernt", sagte Storm. Nach Diplomatenangaben liegt das unter anderem daran, dass die Vorgaben "höchst ambitioniert" gewesen seien.
So sollte etwa der Anteil der leseschwachen Jugendlichen in einem Jahr bei 17 Prozent liegen. 2006 hatte einem EU-Bericht zufolge jedoch noch fast jeder vierte junge Europäer eine Leseschwäche.
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