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| ©Bild: Liz Moore |
Als Titel hat man den popkulturellen Kalauer "The Porn Identity" gewählt, der Untertitel verspricht "Expeditionen in die Dunkelzone".
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| ©Bild: Louisa Achille |
Der Transfer der "schamlosen Bilder in den kunstinstitutionellen Raum" soll pornotypische Zusammenhänge durchbrechen. Dennoch oder gerade deshalb erfordert die von Angela Stief und den Gastkuratoren Thomas Edlinger und Florian Waldvogel konzipierte Schau vom Besucher oft ein genaues Hinschauen, um die feinen Unterschiede zwischen kommerzieller Pornografie und Kunst zu entdecken.
"Porno, sagt man, ist das, womit wir uns nicht erwischen lassen wollen", heißt es im Pressetext zur Ausstellung. Dem "Erwischtwerden" kommt man in "The Porn Identity" keinesfalls aus, im Hauptraum hängen dicht gedrängt rund zwei Dutzend Bildschirme mit explizitem Material von der Decke.
Auf Sex folgt Crime
Für die Kunsthalle Wien wurde die bereits in Rotterdam gezeigte Schau "Bodypoliticx" neu zusammengestellt. Die mit Jugendverbot belegte Ausstellung ist Teil des Frühjahrsschwerpunkts "Sex & Crime", der mit "Fahrstuhl zum Schafott" ab 20. März fortgeführt wird.
Die Installation im Eingangsbereich der Ausstellung gibt den Ton an: "Infront of the Green Door" von Johannes Wohnseifer hat die Form einer grünen Tür, die sich nur einen Spalt öffnen lässt und den Blick auf einen Fernseher mit Pornos freigibt.
Mechanische Geschlechtsorgane
Schräg gegenüber steht Robert Müllers Skulptur "La veuve du coureur" aus dem Jahr 1957, eine Replik auf Marcel Duchamps "Bicycle Wheel" (1913), das die Maschinisierung der Sexualität ebenso wie die Sexualisierung der Maschine thematisiert.
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| ©Bild: Kienholz, Nancy Reddin Kienholz |
"Im trauten Sado-Maso-Heim"
Rund um den "Bildermischwald", der auf mehreren Monitoren sowohl kommerzielle als auch künstlerisch in Szene gesetzte Pornofilme zeigt, finden sich Arbeiten wie das Titelsujet der Schau, ein Replikat aus der Filmausstattung von Stanley Kubricks "A Clockwork Orange" der Bildhauerin Liz Moore.
Tom Burrs Pferdestallskulpturen, die von der "Dressur des Triebs und der Domestizierung des Animalischen" sowie vom "wohlkalkulierten Exzess im trauten Sado-Maso-Heim" erzählen, ist ein eigener Raum gewidmet.
Keine Lust mehr auf Sex
Kritik an dem, was man Pornografisierung der Gesellschaft nennt, steht nicht im Vordergrund, klingt aber an.
"Laut einer Studie in Amerika glauben 70 Prozent der 14- bis 18-jährigen Jungs, dass sie ihrer Freundin beim Geschlechtsverkehr ins Gesicht spritzen müssen", sagte Kokurator Waldvogel gegenüber dem Ö1-Morgenjournal.
"Und eine deutsche Studie mit 16-Jährigen besagt, dass viele von ihnen keine Lust mehr auf Sexualität haben - weil der Erfolgsdruck so hoch ist durch den Konsum von Pornografie."
Aktuelle Themen nur im Katalog
Mit aktuellen Themen wie dem "Porn-Chic im Web-2.0-Zeitalter" setzt sich lediglich der Katalog auseinander, der sowohl in Text als auch Bild die Ausstellung in der Kunsthalle um andere Facetten der Pornografie erweitert.
Rund um die Ausstellung finden zahlreiche Diskussionen und Vorträge in der Kunsthalle statt, eine Filmreihe im Metrokino beleuchtet im April unter dem Titel "Hauptsache Fleisch" Erotisches und Pornografisches im österreichischen Film.
Ausstellungshinweis
"The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone", bis 1. Juni, Kunsthalle Wien, täglich 10.00 bis 19.00 Uhr, donnerstags bis 22.00 Uhr. Eintritt ab 18 Jahren. Zur Ausstellung ist ein Katalog (216 Seiten, 25 Euro) erschienen.
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