Kampf um Umsätze

"Tage der 300-Dollar-Jeans sind vorbei."
Die Modebranche kämpft - nicht nur in den USA - infolge der Wirtschaftskrise mit teils kräftigen Umsatzrückgängen.

Ob Marketing-Gag oder mehr, das US-Label Rock & Republic kündigte kürzlich wegen der schlechten Absatzzahlen eine "Rezessionslinie" für seine Jeans an. "Die Tage der 300-Dollar-Jeans sind vorbei", so Label-Gründer und Kreativdirektor Michael Ball.

Vorübergehende Krisenlinie
Die billigeren Jeans sind einfacher geschnitten als die bisherige Rock-&-Republic-Linie. Außerdem sollen nur noch jeweils zwei Modelle für Männer und Frauen angeboten werden.

Der größte Unterschied allerdings ist der Preis: Der soll zwischen 128 und 132 Dollar (um 100 Euro) liegen. Die "Rezessionsjeans" sollen in den großen US-Shopping-Tempeln Bloomingdale's, Neiman Marcus, Nordstrom und Saks angeboten werden, kündigte Ball an.

Die Premium-Kollektion kostete bei Rock & Republic ursprünglich zwischen 180 und 320, zuletzt "nur" noch 280 Dollar (218 Euro).

Einzelhandelsumsätze schmelzen weg
Die Konsumausgaben - speziell im Einzelhandel - sind in den USA zuletzt auf ein Mehrjahrestief gesunken. Zugleich ist das Vertrauen der US-Bürger in die Wirtschaft ihres Landes auf einem 28-Jahre-Tiefststand angelangt. Im Wochenschnitt meldeten im Jänner 582.000 US-Bürger den Verlust ihres Arbeitsplatzes - die stärkste Negativentwicklung seit 1982.

Erholt sich die US-Wirtschaft wieder, soll auch die "Billig"-Jeanslinie wieder verschwinden, so Ball.

Rabatte und schmalere Sortimente
Wie lange es bis dahin dauert, wagt jedoch im Moment kaum jemand einzuschätzen. Der US-Handel scheint sich jedenfalls auf eine längere Durststrecke einzustellen.

Einzelhändler wie J. C. Penney und J.Crew stellen jedenfalls einen deutlichen Trend ihrer Kunden zur Sparsamkeit fest. Erste Gegenmaßnahme: eine gnadenlose Rabattschlacht und ausgedünnte bzw. preiswertere Sortimente. Teilweise sanken die Preise um 75 Prozent.

"Jetzt ist Sparsamkeit wichtiger"
Als große Unbekannte bleibt, ob und wann bei den US-Konsumenten das Geld jemals wieder so locker sitzt wie vor Beginn der US-Hypothekenkrise, als Jobs und Kredite noch einfach zu haben waren.

"Die Kunden wollten und wollten und wollten noch ein bisschen mehr, und wir verkauften und verkauften und verkauften noch ein bisschen mehr", beschreibt der Geschäftsführer beim Nobeleinzelhändler The Neiman Marcus Group, Burton M. Tansky, die Situation vor dem großen Crash. "Jetzt ist Sparsamkeit wichtiger."

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