Der emeritierte Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben wurde von italienischen Medien mit den Worten zitiert, Obamas Entscheidung sei ein "schwerer Schlag" für all jene, die "das Recht auf Leben schützen und verteidigen".
Obamas "Arroganz"
Sgreccia betonte außerdem, dass sich laut Umfragen 80 Prozent der US-Bürger gegen Abtreibung ausgesprochen haben. Noch härter attackierte Bischof Rino Fisichella, Präsident des päpstlichen Rates für das Leben und Leiter der Lateran-Universität, den US-Präsidenten.
Fisichella warf Obama Arroganz vor. "Er sollte auf die Forderungen des Landes hören, statt sich auf ideologische Visionen einzuschränken mit der Arroganz derjenigen, die über Leben und Tod entscheiden können", so Fisichella gegenüber dem "Corriere della Sera" (Samstag-Ausgabe).
Eine Reagan-Erfindung
Obama hatte am Freitag jene Verordnung der Regierung von US-Präsident George W. Bush aufgehoben, die Finanzhilfen für solche internationalen Organisationen untersagt hatte, die sich nicht strikt gegen Schwangerschaftsabbrüche stellen.
Der Erlass wurde 1984 vom damaligen Präsidenten Ronald Reagan eingeführt. Seitdem wurde er mehrfach aufgehoben und wieder eingeführt - je nachdem, ob ein demokratischer oder ein republikanischer Präsident im Weißen Haus war. Liberale begrüßten Obamas Entscheidung, Abtreibungsgegner protestierten.
Kein Akt mit Signalwirkung
Abtreibung ist ein äußerst kontroverses Thema in den USA. Zwar sprach der Oberste Gerichtshof 1973 jeder Frau das Recht auf Abtreibung zu. Später wurde dieses Recht aber vor allem auf Ebene der Bundesstaaten eingeschränkt und der Zugang zur Abtreibung faktisch erschwert.
Politische Beobachter sahen in Obamas Schritt allerdings alles andere als eine Signalwirkung. Sie werteten die Aufhebung der Verordnung als Balanceakt, der Liberale günstig stimmen, Konservative umgekehrt aber nicht allzu sehr verstimmen würde.
Auch Clinch mit UNO vor Beilegung?
Außenministerin Hillary Clinton begründete die Aufhebung der Verordnung damit, dass die Richtlinie Frauen den Zugang zu wesentlichen Informationen und Leistungen des Gesundheitssystems erschwert habe.
Es wird auch erwartet, dass Obama die Überweisung von Beiträgen an den Weltbevölkerungsfonds (UNFPA) wieder aufnimmt. Die Regierung Bush hatte das für rechtswidrig erklärt, weil die UNO-Organisation Zwangsabtreibungen in China unterstütze. Die UNFPA hat diesen Vorwurf stets zurückgewiesen.
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