Er äußerte am Samstag in einer Rede die Hoffnung, in "weniger als einem Monat" das von ihm geforderte massive Konjunkturprogramm unterzeichnen zu können. Eindringlich warnte er vor den Folgen eines Scheiterns oder Verzögerns des 850-Mrd.-Dollar-Pakets (664 Mrd. Euro).
Zuckerbrot und Peitsche
"Wenn wir nicht mutig und rasch handeln, könnte sich die Lage dramatisch verschlechtern", mahnte Obama. Zugleich richtete er sich auch an Kritiker des Pakets. "Ich weiß, dass einige skeptisch sind", meinte er wohl im Hinblick auf kritische Republikaner im Parlament.
Er versprach, dass kein Geld verschwendet werde und die Regierung zur Verantwortung gezogen werden könne. "Es handelt sich um einen Plan, der in den nächsten Jahren drei bis vier Millionen Arbeitsplätze sichern oder schaffen wird."
Große Pläne
Das Paket habe aber nicht nur das Ziel, Jobs zu schaffen, so Obama. Es gelte zugleich, die US-Infrastruktur zu modernisieren, damit das Land wettbewerbsfähig bleibe. So solle etwa die Nutzung sauberer Energien wie Sonne und Wind innerhalb von drei Jahren verdoppelt werden.
10.000 Schulen sollen laut den Vorstellungen der neuen US-Regierung modernisiert werden. Zudem seien Straßen und Häfen auszubauen. Allerdings warnte Obama vor der Erwartung, dass die Krise in kurzer Zeit überwunden werden könne.
Obama umwirbt Republikaner
Tags zuvor hatte Obama die Republikaner aufgerufen, seine Pläne im Kongress zu unterstützen. Im Weißen Haus traf er mit führenden Abgeordneten der Oppositionspartei zusammen, um sie zur Zustimmung zu dem Programm zu bewegen, über das bis Mitte Februar abgestimmt werden soll.
Die Republikaner verlangen wesentliche Änderungen der bisherigen Planung, etwa Steuererleichterungen für kleine Betriebe. Die Demokraten haben zwar die Mehrheit in beiden Parlamentskammern, die Republikaner können Obamas Pläne dennoch behindern.
Wechselseitige Höflichkeiten
Obama hat zudem wiederholt erklärt, dass er einvernehmliche Lösungen suche. Dementsprechend guten Wind machte auch die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, die die "konstruktiven Vorschläge" der Republikaner lobte.
Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sagte, den Republikanern sei vor allem wichtig, in den Entscheidungsprozess eingebunden zu sein. Allerdings gab es bei dem Treffen im Roosevelt-Saal des Weißen Hauses offenbar auch Spannungen.
"Ich habe gewonnen"
Als der republikanische Senator Jon Kyl Einwände gegen Entlastungen zugunsten von Arbeitern mit niedrigem Einkommen vorbrachte, antwortete Obama laut Augenzeugen, im November habe es eine Wahl gegeben, "und ich habe gewonnen".
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