Mehrere Gebäude, die als Schlupfwinkel für radikalislamische Kämpfer gelten, wurden bei der Militäroperation gezielt beschossen. Die Gebäude lagen im Gebiet Mir Ali sowie in der Stadt Wana im halbautonomen Stammesgebiet Südwaziristan.
Obama hält an Bush-Praxis fest
Die Gebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten als Basis der Taliban und von El-Kaida-Terroristen, die von dort aus Angriffe gegen die internationalen Truppen in Afghanistan verüben. Obamas Vorgänger George W. Bush hatte mit der Praxis der Raketenangriffe begonnen.
Pakistans Außenministerium appellierte wegen der Angriffe am Samstag an die neue US-Regierung, die bisherige Politik der Angriffe auf Extremisten zu überdenken. Islamabad hoffe, dass die USA in Zukunft anders mit dem Thema Terrorismus und Extremismus umgehen würden.
Kein Wort aus dem Weißen Haus
Man habe gegenüber den US-Behörden große Besorgnis darüber geäußert, dass bei den Drohnenangriffen auf die Rückzugsgebiete von Taliban- und El-Kaida-Kämpfern immer wieder Zivilpersonen ums Leben kämen, fügte das pakistanische Außenministerium hinzu.
Obama tat genau das, was Bush nach den etwa 30 derartigen Angriffen seit August 2008 immer getan hatte - nämlich gar nichts. Mit keinem Wort reagierte das Weiße Haus auf die unangenehmen Fragen aus Pakistan. Im Wahlkampf hatte Obama noch anders geklungen.
Wahlkampftöne mit Hintertür
Im letzten Sommer hatte Obama noch gemeint, Pakistan selbst müsse den Terrorismus bekämpfen und solle dabei jede nötige Hilfe bekommen. Nur wenn Pakistan nicht selbst bei "brauchbaren Informationen über wichtige terroristische Ziele" handle, sollten die USA eingreifen.
Das "Eingreifen" stellte sich Obama im Wahlkampf jedoch als offiziellen Einsatz von US-Truppen vor. Eine Hintertür hielt er sich jedoch schon damals offen: Während des ganzen Wahlkampfs gelang es ihm, eine Aussage zu den umstrittenen Drohnenangriffen zu vermeiden.
Abgekartetes Spiel?
Umstritten sind die Drohnenangriffe vor allem deswegen, weil sie ohne jegliche völkerrechtliche Legitimation oder Erlaubnis geschehen. Nicht umsonst haben die USA bisher für keinen einzigen der Angriffe offiziell die Verantwortung übernommen.
Viele politische Beobachter glauben ohnehin an ein abgekartetes Spiel: Demnach beschwert sich Islamabad routinemäßig wegen der Attacken bei Washington, gestattet die Angriffe aber stillschweigend und erhält im Gegenzug dafür finanzielle Unterstützung.
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