"Sehr, sehr ungerechtes System"

Neuordnung der Weltwirtschaft braucht laut WTO-Chef Lamy fünf bis sechs Jahre.
Die Neuordnung des Weltwirtschaftssystems wird nach Einschätzung des Chefs der Welthandelsorganisation (WTO) mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Die aktuelle Krise sei durch "ein Loch in der internationalen Regulierung" mitverursacht worden, sagte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy vergangene Woche in Paris im Sender France Inter. Eine wirksame Regulierung zu schaffen werde "fünf bis sechs Jahre" brauchen. Kurzfristig könnten die Regierungen deshalb nur mit Konjunkturprogrammen gegen die Krise kämpfen.

Kapitalismus "verbessern, korrigieren"
Der Kapitalismus habe sich als "sehr, sehr ungerechtes System" erwiesen, sagte Lamy. Auch wenn es bisher keine glaubwürdige Alternative zum Kapitalismus gebe, heiße das nicht, dass nicht weiter nach einer gesucht werden müsse. "Man muss realistisch sein. Alle Versuche, ihn grundlegend zu verändern, sind gescheitert", sagte Lamy, der Frankreichs Sozialistischer Partei angehört.

Es bleibe deshalb vorerst nur, "ihn zu verbessern, zu korrigieren und ihn zu meistern". Das könne angesichts eines "globalisierten Kapitalismus" nur durch ein weltweit abgestimmtes Vorgehen erfolgen.

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