Der Studie zufolge, die dem deutschen "Handelsblatt" (Donnerstag-Ausgabe) vorab vorlag, weisen 51 der untersuchten 173 Länder ein hohes oder gar extremes Sicherheitsrisiko für ausländische Unternehmen auf. 2008 traf das lediglich auf 42 Länder zu.
Österreich im oberen Mittelfeld
Österreich wird von Control Risks ein "niedriges" Risiko wie den meisten europäischen Ländern zugewiesen. In Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland etwa herrscht sogar nur ein "unerhebliches" Sicherheitsrisiko vor.
Als "extrem gefährdet" gelten hingegen Afghanistan, Burundi, der Kongo, der Irak, Somalia, Sri Lanka und der Sudan. "Hoch gefährdet" sind unter anderem Georgien, Kolumbien und Venezuela. "Mittlere" Risiken werden etwa für Russland, China, Indien und Brasilien ausgewiesen.
Vielfältige Gefahrenquellen
Die Gefahren variieren je nach Ländern und Regionen. Sinkende Rohstoffpreise würden die politische Stabilität in der Ukraine, in Russland, Venezuela und Ecuador bedrohen.
In Osteuropa müssten sich Investoren aufgrund der Wirtschaftskrise auf mehr Fälle von Betrug und Untreue einstellen. Für die Türkei warnt Control Risks vor Terroranschlägen auf Ölpipelines.
Und mit der Amtsübernahme von Barack Obama als US-Präsident am Dienstag würde allgemein die Gefahr von Attentaten El Kaidas zunehmen, berichtet das "Handelsblatt".
"Entführungsindustrie hat zugelegt"
"Vor allem die Entführungsindustrie hat rasant zugelegt", sagte Adam Strangfeld, Leiter Research bei Control Risks, gegenüber der Zeitung. Die meisten Menschen wurden dem Bericht zufolge 2008 in Pakistan verschleppt, gefolgt von Mexiko. In Nigeria seien vor allem Mitarbeiter von Ölkonzernen betroffen.
Piraterie immer größeres Problem
Die Piraterie stellt neben dem Golf von Afrika auch im Persischen Golf, rund um Indonesien, vor den Küsten Nigerias und Kameruns sowie Perus und Ecuadors ein immer größeres Problem dar, heißt es.
Die Lösegeldforderungen werden immer höher, sie lagen 2008 zwischen 18 und 30 Millionen Dollar. "Dieser Trend ist neu, bisher enterten Piraten das Schiff, nahmen mit, was nicht niet- und nagelfest war, und verschwanden wieder", so Strangfeld.
Aufstände und Massenproteste
Als direkte Folgen des wirtschaftlichen Abschwungs warnt Control Risks außerdem vor einer zunehmenden Anzahl an Aufständen, Massenprotesten und Regierungskrisen.
Schon im Vorjahr seien Polizeikräfte gegen wütende Menschen vorgegangen, die gegen steigende Brot- und Getreidepreise demonstriert hatten, etwa in Ägypten, Kamerun, Indonesien, Marokko, Pakistan, den Philippinen und dem Jemen.
"Davon wird es 2009 noch mehr geben, wenn die Finanzkrise noch stärker auf die Realwirtschaft durchschlägt", so Strangfeld.
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