Beschuss begann 2001

Militante Palästinenser feuern seit Jahren Raketen ab. Bisher 32 Tote.
Militante Palästinenser haben seit dem 27. Oktober 2001 rund 10.300 Raketen auf israelische Grenzstädte abgeschossen. Infolge der Angriffe wurden nach Angaben des auf die Zählung von Raketen und Opfern spezialisierten Sderot Media Centers 32 Israelis getötet. Dazu gehören auch die vier Israelis, die seit Beginn der neuen Auseinandersetzung am vergangenen Samstag ums Leben kamen.

Weitere 600 Menschen sind den Angaben zufolge in den vergangenen sieben Jahren infolge des Raketenbeschusses verletzt worden. Tausende erlitten einen Schock.

Opferzahl relativ gering
Die relative geringe Zahl an Todesopfern im Vergleich zu den abgeschossenen Raketen ist unter anderem auf die fehlende Schussgenauigkeit zurückzuführen. Viele Raketen schlagen auf freiem Feld ein.

Schutz durch Bauvorschriften
Nach den Worten des stellvertretenden Sprechers im israelischen Außenministerium, Andy David, ist die geringe Zahl der israelischen Todesopfer aber vor allem auch auf die Bauvorschriften in Israel zurückzuführen. Demnach muss es in allen neuen Gebäuden einen Luftschutzkeller geben. "Alle Israelis, die bei Angriffen ums Leben gekommen sind, haben sich im Freien aufgehalten", sagt David.

In Sderot und anderen Grenzorten haben sich viele Israelis in ihre Einfamilienhäuser ein Zimmer als besonders gesicherten Schutzraum eingerichtet. Diese Räume haben zumeist Metalltüren und Fensterläden aus Metall. Weil viele Wohnblöcke in den 1950er Jahren gebaut wurden und damit keinen Luftschutzraum im Keller haben, stehen vor den Häusern Bunker auf der Straße. Schulen wurden unter anderem mit Betonkonstruktionen über den Dächern gesichert.

40 Kilometer Reichweite
Die von militanten Palästinensern verwendeten Raketen haben inzwischen eine Reichweite von bis zu 40 Kilometer. Dadurch sind nach Angaben von Polizeisprecher Micky Rosenfeld eine Million der 7,3 Millionen Israelis direkt gefährdet.

Die Raketen sind je nach Typ zwischen 1,60 Meter und über zwei Meter lang. Die neuesten selbst gebauten Kassam-Raketen der Hamas sind mit bis zu zehn Kilogramm Sprengstoff und zusätzlich oft auch noch mit Bolzen, Schrauben und Muttern gefüllt, um möglichst viele Menschen zu töten oder schwer zu verletzen.

Was die Hamas erreichen will
Die Hamas begann mit dem Beschuss Israels im Oktober 2001, nachdem der palästinensische Volksaufstand (Intifada) ausgebrochen war. Heute will die Hamas Israel zwingen, die Blockade des Gazastreifens zu beenden und alle Grenzübergänge zu öffnen.

Im Jahr 2002 feuerten militante Palästinenser 292 Raketen und Werfergranaten aus dem Gazastreifen ab. Im Jahr 2008 waren es nach Armeeangaben 3.200 - und das bei einem halben Jahr Waffenruhe.

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