Anlässlich des 70. Jahrestages der Ereignisse erklärte das Staatsoberhaupt in einer Aussendung: Österreich bekenne sich "mit Festigkeit zu einem demokratischen Gesellschafts- und Weltbild, in dem für Antisemitismus und für irgendwelche Reste der Hitler-Ideologie nicht der geringste Platz ist".
"Man ist noch heute fassungslos, wenn man Bilder und Dokumente aus dieser Zeit des Unrechts, der Brutalität und des Antisemitismus betrachtet", so Fischer weiter.
Plassnik: "Beschämendste Ereignisse unserer Geschichte"
Auch für Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) gehören die Ereignisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 "zu den beschämendsten unserer Geschichte", wie sie in einer Aussendung erklärte.
Sie erinnerte daran, dass die Pogrome "in Österreich von besonderer Härte der Behörden sowie großem Eifer der Kollaborateure und Mitläufer geprägt waren": "Österreicherinnen und Österreicher waren damals Täter, viele haben zugeschaut."
Die Erinnerung mahne "uns, wachsam zu sein, den Anfängen zu wehren". Jeder habe "Verantwortung für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Wir müssen genau hinschauen und sehen, wo es Diskriminierung gibt, um solchen Tendenzen mit Entschlossenheit, Solidarität und Toleranz gegenüber allen Religionen zu begegnen." Wer andere verfolge oder diskriminiere, so Plassnik weiter, sei auch "ein Feind des eigenen Landes. Wir wollen in Österreich, in Europa und in der Welt ein Zusammenleben auf der Grundlage von gegenseitiger Anerkennung, von Toleranz und Respekt", betonte die Ministerin.
KAÖ: "Es darf nicht geschwiegen werden"
Auch die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) sprach in einer Presseerklärung zum Jahrestag von "Scham": Es dürfe nicht verschwiegen werden, "wie unempfindlich Christinnen und Christen in der Vergangenheit gegenüber der Verfolgung jüdischer Menschen und anderer Gruppen waren". Zu wenige hätten die Stimme erhoben und den Mut zum Widerstand gefunden.
Auch heute kämen Fremdenhass und Antisemitismus vor. KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt rief diesbezüglich im Besonderen dazu auf, den Sprachgebrauch kritisch zu beobachten und menschenverachtenden Äußerungen anderer öffentlich entgegenzutreten.
Sie zog einen vergleich zum zynischen Nazibegriff "Reichskristallnacht" mit der Gegenwart: "Heute erlaubt man sich rassistische und menschenverachtende Äußerungen unter dem Deckmantel der sozialen Sorge und spielt so Menschen gegeneinander aus, wertet ab und diskriminiert", kritisierte sie.
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