Barroso: "Chance für eine neue Welt"
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso zählte zu den ersten Gratulanten: "Im Namen der Europäischen Kommission und in meinem eigenen Namen möchte ich Senator Obama zur Wahl zum 44. US-Präsidenten gratulieren", hieß es in einer Mitteilung.
Es sei Zeit für Europa und die Vereinigten Staaten, wieder enger zusammenzurücken. Die derzeitige Krise sei auch eine Chance für eine neue Welt zum Wohle der Gesellschaft.
Sarkozy: "Glänzender Sieg"
Der französische Präsident und EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy gratulierte ebenfalls. Es sei ein "glänzender Sieg" gewesen, heißt es in einem Brief Sarkozys an den demokratischen Politiker.
Der französische Präsident übermittelte seinem künftigen Amtskollegen seine herzlichsten Glückwünsche im Namen des gesamten französischen Volkes. "Ihr glanzvoller Sieg ist der Lohn für ein unablässiges Engagement im Dienste des amerikanischen Volkes", so Sarkozy.
Erleichterung in Russland
In der russischen Politik wurde der Sieg Obamas mit Erleichterung aufgenommen. Auf die russisch-amerikanischen Beziehungen dürfte sich dieser Wechsel im Weißen Haus positiv auswirken, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Föderationsrates, Alexander Torschin, am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax. Unter dem bisherigen Präsidenten George W. Bush hatte sich das Verhältnis zwischen Moskau und Washington deutlich verschlechtert.
Bei Themen wie der geplanten US-Raketenabwehr für Mitteleuropa und der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen bestehe Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit, hieß es weiter.
Südkorea: Ähnliche Philosophie
Der konservative südkoreanische Staatschef Lee Myung Bak gratulierte Obama zum Wahlsieg. Lee habe in einem Glückwunschtelegramm die Hoffnung geäußert, dass sich die Beziehungen beider Länder weiterentwickelten, teilte das Präsidialamt in Seoul am Mittwoch mit. Lee und Obama hätten eine ähnliche Philosophie, da der südkoreanische Staatschef stets "Wandel und Reform" propagiere.
Der konservative japanische Ministerpräsident Taro Aso gratulierte "von ganzem Herzen".
China erwartet "neue Ebene"
Chinas Präsident Hu Jintao gratulierte zu Obamas Wahlsieg und stellte einen erweiterten Dialog zwischen beiden Ländern in Aussicht. "Die chinesische Regierung und ich schreiben den US-chinesischen Beziehungen beständig große Bedeutung zu", schrieb Hu in einem Telegramm an Obama laut einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums.
Er betonte, dass eine langfristige, stabile und gesunde Beziehung im Interesse beider Nationen sei. Die Wahl Obamas sei ein "neuer historischer Zeitabschnitt". Hu erwarte sich mit Obama eine Zusammenarbeit, die den Dialog und Austausch zwischen beiden Nationen fördere und die Beziehungen "auf eine neue Ebene" stelle.
Israel: Fortsetzung der Sonderbeziehungen
Israel hofft nach dem Wahlsieg Obamas auf eine Fortsetzung der Sonderbeziehungen zwischen beiden Ländern. Israel erwarte, dass die enge strategische Partnerschaft mit dem künftigen Präsidenten, der neuen US-Regierung und dem Kongress fortgesetzt werde, heißt es in einer Erklärung von Außenministerin Zipi Livni.
Livni bezeichnete die Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten als einen "Ehrenorden" für die Demokratie in den Vereinigten Staaten.
Abbas hofft auf schnellere Friedensverhandlungen
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sagte, er freue sich darauf, gemeinsam mit der neuen US-Regierung ein größeres Tempo in die Friedensverhandlungen zu bringen.
Keine Gratulation der Hamas
Ein Sprecher der radikalen Hamas, die seit mehr als einem Jahr den Gazastreifen kontrolliert, gratulierte Obama nicht. Dafür gab Hamas-Sprecher Fausi Barhum dem künftigen US- Präsidenten den Rat mit auf den Weg, aus den Fehlern von Bush zu lernen. Die Hamas habe nichts gegen einen Dialog mit Obama.
Merkel: Historischer Wahlsieg
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte zu dem "historischem Wahlsieg". Die Welt stehe zu Beginn von Obamas Amtszeit vor bedeutenden Herausforderungen, heißt es in Merkels Glückwunschschreiben.
Glückwünsche aus Österreich
Auch Österreichs Politiker gratulierten. SPÖ-Chef Werner Faymann zeigte sich "außerordentlich erfreut" über Obamas Sieg. ÖVP-Obmann Josef Pröll spricht von einem "überwältigenden Sieg" - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
Irak rechnet nicht mit raschem Abzug
Auch der Irak und Afghanistan, jene beiden Länder, in denen die USA derzeit militärisch im Einsatz sind, reagierten auf den Einzug eines Demokraten ins Weiße Haus: Der Wahlsieg Obamas werde "keinen raschen amerikanischen Abzug mit sich bringen", sagte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari der Nachrichtenagentur AFP in Bagdad.
Er rechne diesbezüglich nicht mit einem "brüsken politischen Wandel" in den USA. Obama hatte im Wahlkampf angekündigt, die US-Truppen im Irak binnen eines Zeitraums von 16 Monaten weitgehend abzuziehen.
Karzai: "Neue Ära beginnt"
Der afghanische Präsident Hamid Karzai sagte, mit der Wahl Obamas beginne eine neue Ära. Die USA sind seit Ende 2001 mit der Regierung Karzai verbündet und haben rund 33.000 Soldaten in dem Land stationiert.
Soldaten des größten US-Militärstützpunkts in Afghanistan sagten, Obamas Sieg ändere nichts an ihrem Ziel, die Taliban zu besiegen. Dass so viele Menschen ihre Stimme abgegeben hätten, gebe ihm das Gefühl, "dass das, was ich hier mache, es wert ist", sagte Major Rory Aylward einem AFP-Journalisten.
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