Sie sollen außerdem jenen Wählern zur Seite stehen, denen die Wahl verweigert wird, weil sie nicht in den Wählerlisten stehen, obwohl sie sich ordnungsgemäß registriert haben.
Rekordbeteiligung wird erwartet
Die von den Parteien angeheuerten Anwälte sollen außerdem dafür sorgen, dass Wahllokale bei dem erwarteten Wähleransturm gegebenenfalls länger geöffnet bleiben.
Die Wahlbehörden gehen von einer Rekordwahlbeteiligung aus. Etwa 153,1 Millionen Amerikaner hätten sich für die Wahl registrieren lassen, berichtete die Zeitung "USA Today" am Montag. Das seien 73,5 Prozent der Wahlberechtigten. Der bisherige Rekord hatte 1964 72,1 Prozent betragen.
"Grenze der Belastbarkeit"
Bereits 2004, als etwa 120 Millionen US-Bürger ihre Stimmen abgaben, mussten viele Wähler stundenlang Schlange stehen. Im Staat Ohio etwa blieben manche Wahllokale per Eilbeschluss von Richtern bis um 4.00 Uhr morgens offen.
"Viele Wahllokale und Wahlhelfer werden die Grenze ihrer Belastbarkeit erreichen", prophezeit der Experte Doug Chapin vom Washingtoner Pew Center.
Alle Augen auf Florida
Den Löwenanteil der demokratischen Anwälte wird sich laut "North Florida News Daily" auf die Wahllokale in Florida verteilen.
Dort stritten Demokraten und Republikaner vor acht Jahren wochenlang um die Auszählung der Stimmen, ehe der jetzige US-Präsident George W. Bush mit einem äußerst knappen Vorsprung vor seinem damaligen demokratischen Konkurrenten, Al Gore, der Sieg per Gerichtsentscheid zugesprochen wurde. Auch in diesem Jahr wird in Florida ein äußerst knappes Ergebnis erwartet.
"Achillesferse des Wahlsystems"
Als besonders gefährdet für Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gilt auch Ohio, heißt es. Hier seien es vor allem die "vorläufigen Stimmabgaben", die Kopfzerbrechen bereiten. Solcherart "vorläufige Stimmabgaben" gibt es, wenn etwa die Identität oder die Registrierung eines Wählers nicht sofort zweifelsfrei geklärt werden kann.
"Sie sind die Achillesferse unseres Wahlsystems", so Edward B. Foley von der Universität Ohio. Es handle sich um Stimmen, die erst nach der Wahl gezählt werden, noch dazu können sie leicht für ungültig erklärt werden.
"Bei einem knappen Rennen ist das der Punkt, an dem die Anwälte ansetzen, wenn sie das Ergebnis anzweifeln wollen", so Foley.
Klagen nach der Wahl?
Auch für die Zeit nach der Wahl haben Obama und McCain ihre Anwälte bereits in Stellung gebracht.
"Ich bin sicher, dass es am Wahltag Probleme geben wird", sagt der Jusprofessor und Wahlexperte Richard Hansen von der Loyola Law School in Los Angeles. "Man kann nur hoffen, dass das Ergebnis nicht knapp ausfällt."
Falls das Rennen ums Weiße Haus doch knapp wird, sei - so die "New York Times" - eines schon sicher: Dann reichen beide Seiten ihre "unvermeidlichen juristischen Klagen wegen Ungereimtheiten bei der Abstimmung ein".
Hinweis
Der ORF berichtet umfassend über die Wahl - mehr dazu in programm.ORF.at.
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