Sarkozy hatte beim letzten Frankreich-Besuch des Dalai Lama im August auf ein Treffen verzichtet und sich von seiner Frau Carla Bruni vertreten lassen. Kritiker hatten Sarkozy vorgeworfen, er habe den Dalai Lama nicht getroffen, um China nicht zu verärgern.
"Hat nie eine Einladung gegeben"
"Es ist kein Besuch geplant, es hat auch nie eine offizielle Einladung gegeben", sagte der Sprecher des Dalai Lama nun gegenüber der Zeitung. Aus dem Elysee-Palast hieß es, "gesundheitliche Gründe" würden die Reise des Dalai Lama wohl verhindern.
Falls sich das Oberhaupt der Tibeter doch noch zur Reise entschließen würde, werde Sarkozy ihn empfangen, betonte der Elysee-Palast. Mit dem Treffen der Nobelpreisträger soll der 60. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte gefeiert werden.
Nur Bruni und Kouchner hatten Zeit
Die Idee zu dem Treffen war dem Elysee-Palast gekommen, als Sarkozy in Frankreich gerade im Zentrum der Kritik stand, weil er den Dalai Lama im August versetzt hatte. Es fand nur ein kurzes Treffen mit Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner statt.
Außerdem eröffnete Bruni in ihrer Eigenschaft als Präsidentengattin mit dem Dalai Lama einen buddhistischen Tempel. China hatte Sarkozy davor "gewarnt", den Dalai Lama zu empfangen und mit "ernsten Folgen" für das Verhältnis zwischen Paris und Peking gedroht.
Mahnende Worte per Interview
In einem Interview mit der Pariser Zeitung "Le Monde" hatte der Dalai Lama Sarkozy damals aufgerufen, als EU-Ratspräsident nach den Olympischen Spielen "der chinesischen Regierung konstruktive Vorschläge" zur Lösung der Tibet-Frage zu machen.
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