Pröll wurde am Montagnachmittag mit einer Gegenstimme zum Nachfolger von Wolfgang Schüssel gewählt, hieß es aus der ÖVP. Unterschiedliche Stimmen gab es vor der Sitzung zur Wahl des FPÖ-Abgeordneten Martin Graf zum Dritten Nationalratspräsidenten.
Fekter wählt Graf
Innenministerin Maria Fekter und der stellvertretende Wirtschaftskammer-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner beantworteten die Frage nach ihrer Unterstützung Grafs mit einem klaren "Ja". Andere wollten sich nicht festlegen.
JVP-Obfrau Silvia Fuhrmann und die Abgeordneten Ferdinand Maier und Michael Ikrath etwa wollten sich nicht in die Karten schauen lassen und verwiesen auf die "geheime Wahl". Letzterer meinte, man werde etwaige Bedenken noch "diskutieren".
Spindelegger bleibt im NR-Präsidium
Als stellvertretende Klubchefs wurden Fritz Neugebauer, Fritz Grillitsch und Karlheinz Kopf gewählt. Ebenfalls in geheimer Wahl wurde bei der ÖVP Michael Spindelegger als Zweiter Nationalratspräsident nominiert. Er erhielt 96 Prozent der Stimmen im ÖVP-Parlamentsklub.
FPÖ nominierte Graf offiziell
Der FPÖ-Parlamentsklub nominierte in seiner konstituierenden Sitzung Montagnachmittag Graf offiziell zum Dritten Nationalratspräsidenten und wählte Parteichef Strache zum Klubchef.
Als Stellvertreter wurden ihm Generalsekretär Herbert Kickl, Vizeparteichef Norbert Hofer, die Wiener Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein, der oberösterreichische Parteiobmann Lutz Weinzinger und der bisherige Justizsprecher Peter Fichtenbauer zur Seite gestellt.
ÖVP kritisiert Caps Wiederwahl
Reibungslos verlief auch bei der SPÖ die Verlängerung von Caps Periode als Klubobmann. Mit 93,1 Prozent der abgegebenen Stimmen schnitt Cap sogar besser ab als bei seiner letzten Kür, als er nur gut 90 Prozent der Stimmen erreicht hatte.
Parteichef Werner Faymann, der offenbar in Sachen AUA unabkömmlich war, fehlte bei der Sitzung. Wenig begeistert über die Kür Caps zeigte sich die ÖVP. Grillitsch meinte, Caps Wiederwahl sei "die Fortsetzung der SPÖ-Streitunkultur".
Neue Sitzordnung
Am Montag stand schließlich auch die Sitzordnung für den neuen Nationalrat fest: Wie gehabt sitzt die SPÖ - von Präsidium und Ministerbank aus gesehen - links, daneben aber künftig die FPÖ, getrennt vom BZÖ durch den Mittelgang und den grünen Block. Die ÖVP schließlich hat die Sitzplätze auf der rechten Seite. Und: Alle Parteien konnten zumindest einen Platz in der ersten Reihe ergattern.
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