Cap lässt eigenes Stimmverhalten offen

Offenbar fand im SPÖ-Klub eine heftige Diskussion über Grafs Person statt.
Die SPÖ überlässt es ihren Abgeordneten, ob sie bei der Wahl des Nationalratspräsidiums am Dienstag den FPÖ-Kandidaten Martin Graf unterstützen. Das teilte Klubchef Josef Cap nach der konstituierenden Fraktionssitzung Montagnachmittag gegenüber Journalisten mit.

Es habe eine "große Anzahl" von Mandataren in der Klubsitzung gegeben, die sich gegenüber dem freiheitlichen Bewerber für den Posten des dritten Präsidenten "sehr kritisch geäußert" hätten, so Cap. Umstritten ist vor allem Grafs Mitgliedschaft in der Verbindung Olympia.

Jungabgeordnete boykottieren Wahl
Einige SPÖ-Abgeordnete wie Umweltsprecherin Petra Bayr, Jugendsprecherin Laura Rudas und die Neo-Abgeordnete Elisabeth Hakel bekräftigten wegen Grafs Mitgliedschaft in der Olympia am Montag ein weiteres Mal, dem FPÖ-Kandidaten ihre Stimme verweigern zu wollen.

Cap selbst wollte sich nicht festlegen, ob er für Graf stimmen werde. Der wiedergewählte Klubchef betonte jedoch das Recht der FPÖ, als drittstärkste Fraktion den Posten zu beanspruchen, und hob Grafs bisherige Verdienste in der parlamentarischen Arbeit hervor.

Verweis auf Grafs Leistungen
Cap erinnerte an Grafs Tätigkeit als Vorsitzender des Banken-U-Ausschusses sowie als FPÖ-Verhandler bei der Abschaffung der Studiengebühren. Ferner verwies Cap auf Grafs öffentliche Erklärung zu dessen Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus.

Cap räumte dabei ein, dass ihm bei Grafs Erklärung manches gefehlt habe; was genau, wollte er am Dienstag im Nationalrat kundtun. Bei der Diskussion über Graf konnte Cap laut eigener Aussage einige Argumente nachvollziehen, andere wiederum nicht.

Stimme für anderen FPÖ-Kandidaten?
Details zur Diskussion im SPÖ-Klub wollte Cap nicht preisgeben. Keine Angaben machte er auch zur Möglichkeit, in der geheimen Wahl von SPÖ-Seite aus einen anderen freiheitlichen Kandidaten zu unterstützen. Anfang Oktober hatte Cap noch Zustimmung zu Graf signalisiert.

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