Die regierungsnahe irakische Zeitung "El Sabah" berichtete am Mittwoch, amerikanische Diplomaten und Militärs hätten eine "massive Kampagne begonnen, um skeptische Regierungsvertreter zu überzeugen".
US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte zuvor gewarnt, die US-Truppen müssten ihre Arbeit im Irak praktisch einstellen, falls das Abkommen nicht bis Ende Dezember in Kraft trete.
Schiiten fordern Nachbesserungen
Nachdem sich die Unterhändler beider Seiten vergangene Woche auf einen endgültigen Entwurf für das Abkommen geeinigt hatten, zeigt die US-Regierung nun keine Bereitschaft, noch einmal über Einzelheiten zu verhandeln.
Die irakische Regierung - vor allem die schiitischen Parteien - fordert aber Nachbesserungen, weil sie durch einzelne Paragrafen des Entwurfs "die Souveränität des Irak gefährdet" sieht. Das irakische Parlament muss dem Text zustimmen.
"Die Zeit läuft ab"
In dem Abkommen sollen die Bedingungen für einen Verbleib der US-Truppen im Irak nach Ablauf des UNO-Mandats mit Jahresende festgelegt werden. Gates sagte in Washington: "Die Zeit läuft." Er sprach von einem "großen Widerwillen" Washingtons, den Entwurf neu auszuhandeln: "Was wir hier haben, würde ich als endgültigen Entwurf bezeichnen."
Auch US-Generalstabschef Michael Mullen hatte den Irak zuvor vor "bedeutenden Sicherheitseinbußen" gewarnt, sollte der Kompromiss nicht bald abgesegnet werden.
Abzug bis 2011
Die US-Regierung hatte sich bereiterklärt, bis 2011 alle Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Außerdem hatte sie bei der strafrechtlichen Verfolgung von US-Soldaten im Irak Zugeständnisse gemacht.
So soll die US-Justiz lediglich für Straftaten zuständig sein, die sich auf US-Armeestützpunkten und bei Militäreinsätzen ereignen. Die irakische Justiz soll hingegen einschreiten dürfen, wenn US-Bürger außerhalb ihres Dienstes und außerhalb ihrer Stützpunkte vorsätzlich Straftaten begehen.
Die kurdischen Abgeordneten im irakischen Parlament hatten bereits Zustimmung zu der Vereinbarung signalisiert. Die sunnitischen Parteien äußerten hingegen Vorbehalte. Die Schiiten sind gespalten. Während der radikale Schiitenführer Moktada el Sadr das Abkommen ablehnt, zeigten sich andere schiitische Gruppen einverstanden.
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