Fremdverschulden ausgeschlossen

Luftbilder der Unfallstelle zeigen eine mögliche Ursache für ein reflexhaftes Verreißen des Steuers.
Der vorläufige Obduktionsbericht zum Unfalltod des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (BZÖ) hat ergeben, dass das Opfer mehrere jeweils tödliche Verletzungen erlitten hat. "Er hat keinerlei Überlebenschance gehabt", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, am Sonntag.

Haider sei auf der Stelle tot gewesen, jede der festgestellten schweren Verletzungen hätte schon allein zum Tod geführt, so Kranz. "Auch wenn der Notarzt schon vor Ort gewesen wäre, hätte der Landeshauptmann nicht gerettet worden können", sagte Kranz gegenüber dem ORF Kärnten.

Wahrscheinlich bei vollem Bewusstsein
Zwar wird das endgültige Ergebnis der in Graz durchgeführten Untersuchung erst in einigen Wochen vorliegen, laut Kranz war Haider jedoch "mit ziemlicher Sicherheit" bei vollem Bewusstsein, als er am Samstag gegen 1.15 Uhr südlich von Klagenfurt verunfallte.

Einen Herzinfarkt oder andere medizinische Gründe für den fatalen Fahrfehler könne man wohl ausschließen, so Kranz - mehr dazu in oesterreich.ORF.at. Haider war auf der Loiblpass-Bundesstraße nach dem Abschluss eines Überholmanövers von der Straße abgekommen.

Viel zu schnell unterwegs
Haider hatte bei der Ortschaft Lambichl einen Pkw überholt und sich wieder auf der stadtauswärts zweispurigen Straße auf dem rechten Fahrstreifen eingeordnet, als der Unfall passierte. Fest steht, dass er viel zu schnell unterwegs war.

Kein technisches Gebrechen
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Untersuchung des Autowracks war der Tacho bei 142 km/h pro Stunde stehen geblieben. Ein technisches Gebrechen oder gar ein Sabotageakt kann laut Kranz ausgeschlossen werden. Als weitere Unfallursachen wurde über Übermüdung und schlechte Sichtverhältnisse spekuliert.

©Bild: APA/Ermo
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Möglicherweise könnte ein weiteres Detail eine Rolle gespielt haben: Luftbilder der Unfallstelle zeigen, dass dort der Fahrbahnbelag abrupt wechselt und Reste der alten Fahrbahnmarkierung neben der neuen sichtbar sind; ein möglicher Grund für ein reflexhaftes Verreißen des Steuers.

Weitere Untersuchungen
Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft wartet außerdem noch auf das Ergebnis der technischen Untersuchung des Autowracks, eines VW Phaeton V6 mit Allradantrieb.

Bei dem VW Phaeton handle es sich um ein Modell, das in Österreich bisher noch sehr selten sei, meinte Kranz. Auch ein deutscher Experte wurde den Untersuchungen daher beigezogen. Wie lange die Arbeiten dauern würden, sei schwer zu beurteilen.

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