Nur Grüne geschlossen dagegen

Teile der ÖVP und das BZÖ liebäugeln mit ungewöhnlicher Koalitionsvariante.
Die Grünen stellen sich "deutlich" auf die Oppositionsrolle ein. Das erklärte Neo-Parteichefin Eva Glawischnig am Dienstag bei ihrer Antrittspressekonferenz.

Mit Ausnahme einer Regierungsbeteiligung zusammen mit der FPÖ und dem BZÖ gab sie sich allerdings weiterhin gegenüber allen Formen der Zusammenarbeit offen. Das BZÖ wirbt unterdessen für eine schwarz-orange-grüne Koalition.

Grüne "offen"
Glawischnig signalisierte einmal mehr die Bereitschaft ihrer Partei, auch eine Minderheitsregierung zu unterstützen. Die Frage nach der "Kenia-Koalition" (Rot-Schwarz-Grün) stelle sich aufgrund der Ablehnung der beiden anderen Parteien derzeit nicht, man sei aber auch hier "offen", so die Grüne.

Haider auf Alternativensuche bei Pröll
Mit unterschiedlichen Erwartungen treffen Dienstagnachmittag die Parteichefs von ÖVP und BZÖ, Josef Pröll und Jörg Haider, zu einem Gespräch in Wien zusammen.

So wolle man von BZÖ-Seite sehr wohl Alternativen zu einer Fortsetzung der Großen Koalition ansprechen, kündigte BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner der APA an. Pröll ließ über die ÖVP-Bundespartei ausrichten, es handle sich um ein reines Vorstellungsgespräch.

Petzners Appell
Im Vorfeld des Treffens verschickte Petzner eine Aussendung: "Indem durch die Wahlkarten ein Mandat von der SPÖ zu den Grünen gewandert ist, hätte Schwarz-Orange-Grün eine parlamentarische Mehrheit, womit eine weitere Option eröffnet wurde, um die abgewählte Große Koalition zu verhindern."

Er appellierte in diesem Zusammenhang an FPÖ und Grüne, die Ausgrenzung des BZÖ zu beenden. "Ansonsten werden Blau und Grün zum Steigbügelhalter für Rot-Schwarz", so Petzner.

Schwarz-Orange-Grün für BZÖ realistisch
In der ÖVP ist man bemüht hervorzustreichen, dass es sich wie bei dem Gespräch mit Haider - wie schon bei dem mit Strache - um keine Parallelverhandlungen handle.

Anders das BZÖ: Ziel des Treffens sei durchaus, andere Regierungsvarianten als Rot-Schwarz anzusprechen, so Petzner. Aber: "Wir werden sehen, wie Pröll agiert."

Der BZÖ-Generalsekretär erwartet sich zumindest ein gegenseitiges "Abtasten", Konkretes werde es bei diesem ersten bekanntgewordenen Treffen nach der Wahl wohl noch nicht geben. Eine schwarz-orange-grüne Regierung scheint für das BZÖ nach wie vor realistisch - "das ist schon eine Variante".

Schützenhöfer fordert Debatte
Mit dieser Ansicht ist das BZÖ nicht alleine. Auch innerhalb der ÖVP gibt es Stimmen, die eine solche Koalition nicht grundsätzlich ablehnen. Der steirische ÖVP-Obmann Hermann Schützenhöfer fordert nach Vorliegen des Endergebnisses der Nationalratswahl eine Diskussion über Schwarz-Orange-Grün.

"Das endgültige Wahlergebnis eröffnet die interessante Option einer Koalition aus ÖVP, Grünen und BZÖ", erklärte er am Montagabend gegenüber der APA.

"Darüber werden Gespräche zu führen sein. Es gilt, eingetretene Pfade zu verlassen und mutig neue Wege zu gehen", sagte Schützenhöfer.

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