Einen Tag nach den spektakulären Rettungsaktionen für den Finanzkonzern Fortis und die Hypo Real Estate müssen Regierungen damit dem nächsten Geldhaus in Europa zu Hilfe eilen, um eine Kettenreaktion von Bankenpleiten zu verhindern.
Dexias staatliche Aktionäre verpflichteten sich zu einer Kapitalerhöhung von 9,90 Euro je Aktie, wie die Bank am Dienstag mitteilte.
Staat "als Garant hinter den Banken"
Die belgische Regierung organisierte die Finanzspritze für Dexia über Nacht, nachdem die Aktien am Montag wegen Gerüchten über Liquiditätsprobleme um rund 30 Prozent eingebrochen waren.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Regierungschef Francois Fillon und Notenbankpräsident Christian Noyer besiegelten ihren Teil der Hilfsaktion um 5.00 Uhr.
Noyer beschwor die Bankkunden, Ruhe zu bewahren. "Es gibt keinen Grund, Angst zu haben und in Panik zu verfallen", sagte er im Radio. Der Staat stehe als Garant hinter den Banken.
Auch Fortis gefragt
An den Börsen in Brüssel und Paris schnellte der Aktienkurs nach der Kapitalzufuhr um gut 17 Prozent auf 8,30 Euro in die Höhe. Auch andere Banktitel in Europa konnten ihre Verluste begrenzen, nachdem der Ausverkauf zu Handelsbeginn wegen des Scheiterns des Rettungspakets über 700 Mrd. Dollar im US-Kongress neue Fahrt aufgenommen hatte.
Auch bei Fortis-Aktien griffen die Anleger wieder zu, nachdem die Benelux-Staaten am Montag 11,2 Mrd. Euro in den belgisch-niederländischen Konzern gepumpt hatten.
Hauptrivale der DEPFA
Dexia - in Österreich 49-Prozent-Aktionär der Kommunalkredit - ist als weltweit größter Finanzierer von Immobilienkrediten für Kommunen Hauptrivale der DEPFA, die mit Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt praktisch zeitgleich ihren deutschen Mutterkonzern Hypo Real Estate (HRE) an den Rand des Abgrunds brachte.
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