SPÖ oder FPÖ könnten Mandat verlieren
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| ©Bild: ORF |
Zittern bis zum 6. Oktober
Insgesamt wurden 586.759 Wahlkarten ausgegeben, wovon mit rund 430.000 gültigen Stimmen zu rechnen ist. Das wären um etwa 40 Prozent mehr als bei der Nationalratswahl 2006.
Ihre Stimmen sind im vorläufigen Endergebnis nicht enthalten. Sie werden am Dienstag in einer Zwischenauswertung und endgültig am 6. Oktober ausgezählt.
Rechnerische Koalitionsvariante könnte fallen
Interessant könnte es werden, wenn sowohl SPÖ als auch FPÖ ein Mandat abgeben sollten. In diesem Fall hätten die beiden Parteien mit 91 Mandaten keine Mehrheit im kommenden Nationalrat. Nach derzeitigem Stand käme Rot-Blau auf eine Mehrheit von 93 Mandaten.
Die restlichen Ergebnisse dürften sich nur im Zehntelprozentbereich verändern.
In dieser Form erstmals
Laut ARGE Wahlen ist diese Prognose mit einer gewissen Unschärfe behaftet, da die Briefwahl in dieser Form erstmals in Österreich durchgeführt wurde.
Wie sich das Ergebnis ändern könnte
Das Forschungsinstitut SORA rechnete im Auftrag des ORF die möglichen Auswirkungen der Wahlkarten auf das Ergebnis hoch: Die SPÖ käme demnach auf 29,4, die ÖVP auf 25,8, die FPÖ auf 17,7, das BZÖ auf 10,8 und die Grünen auf 10,5 Prozent.
FPÖ und BZÖ gemeinsam stark wie nie
SPÖ und ÖVP fielen bei der Nationalratswahl am Sonntag auf ihren historischen Tiefststand, FPÖ und BZÖ wurden gemeinsam stark wie nie zuvor. Aber auch ihr gemeinsames Ergebnis hätte nur für Platz zwei gereicht.
Die SPÖ konnte ihren 2006 zurückeroberten ersten Rang klar verteidigen. Somit ging die SPÖ aus den bisher 20 Nationalratswahlen der Zweiten Republik 14-mal, die ÖVP sechsmal als stimmenstärkste Partei hervor.
Nach Mandaten sahen die Wahlsiege etwas anders aus: 1953 und 1959 bekam die SPÖ zwar einige Stimmen mehr, die ÖVP aber dank des Wahlrechts ein Mandat mehr - und stellte damit auch den Bundeskanzler.
Großparteien auf Tiefstand
Mit laut dem vorläufigen Endergebnis ohne Wahlkarten 29,7 Prozent liegt die SPÖ nun deutlich unter ihrem früheren Negativrekord von 33,2 Prozent (1999). Für sie ist es auch das erste Mal, dass sie unter 30 Prozent fiel, während es für die ÖVP schon das viertel Mal ist.
Deshalb ist der Abstand der ÖVP zum bisherigen Tiefststand (26,9 Prozent 1999) auch nicht allzu groß. 2002 hatte es die ÖVP allerdings noch einmal über die 40-Prozent-Marke geschafft.
Rückschlag für die Grünen
Die Grünen - seit 1986 im Parlament - mussten nach einem großen Erfolg 2006 heuer wieder einen Rückschlag hinnehmen. Mit 9,8 Prozent fielen sie fast auf den Wert 2002 zurück, mussten den dritten Platz wieder räumen - und liegen sogar auf Platz fünf hinter dem BZÖ.
Erfolg für FPÖ und BZÖ
Die FPÖ zeigte sich bei ihrer zweiten Wahl unter Heinz-Christian Strache saniert. Sie schnitt mit 18,0 Prozent und dem parteiinternen Zuwachsrekord besser ab als die FPÖ bei der zweiten Wahl unter Parteichef Jörg Haider im Jahr 1990 (16,6 Prozent). Zum Höchststand von 26,9 Prozent im Jahr 1999 fehlt allerdings noch einiges.
Gemeinsam mit dem BZÖ hätte man diesen Höchststand übertreffen können. Denn dieses konnte - von Haider, der freilich Kärntner Landeshauptmann bleiben will, in die Wahl geführt - seinen ersten großen Wahlerfolg feiern. Mit 11,0 Prozent verdreifachte sich der Stimmenanteil fast, nachdem 2006 mit 4,11 Prozent gerade noch der Einzug ins Parlament geschafft wurde.
Kleine schafften Einzug nicht
Die zahlreichen anderen Listen - fünf weitere traten bundesweit, vier in einzelnen Ländern an - kamen zusammen auf 5,90 Prozent. Sowohl das LIF als auch das Bürgerforum Fritz Dinkhausers lagen mit unter zwei Prozent weit entfernt von der Vierprozenthürde für den Einzug in den Nationalrat. Somit bleibt es beim Fünfparteienparlament, das es seit der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ 2003 gibt.
Links:
- SORA (Wahlkartenprognose)
- NR-Wahl 2008 (Innenministerium)
- SPÖ
- ÖVP
- Die Grünen
- FPÖ
- BZÖ
- LIF
- Liste Fritz Dinkhauser
- KPÖ
- Rettet Österreich
- Die Christen
