Die Londoner Investmentgesellschaft Marquee Capital hat bereits Millionenbeträge in Souvenirs aus der jahrzehntelangen Karriere der Popdiva gesteckt und erhofft sich davon bessere Erträge als bei herkömmlichen Fonds.
Auch ein zweiter Londoner Fonds widmet sich Rock- und Pop-Memorabilien und konzentriert sich dabei auf einst von Stars gespielte Gitarren.
Ab 2009 für private Anleger
Marquee Capital wolle "das weltgrößte Portfolio von hochklassigen Madonna- und Nicht-Madonna-Souvenirs" zusammenstellen, heißt es. Dieses Ziel verfolgt die Gesellschaft schon seit zwei Jahren, ab 2009 sollen auch private Anleger in den Madonna-Fonds investieren können.
Gleichzeitig will die Investmentfirma Anfang des nächsten Jahres in London die bisher größte Ausstellung über die Popsängerin organisieren.
Die Profite ergeben sich einerseits aus der erwarteten Wertsteigerung der Sammlerstücke, andererseits aus Leihgebühren für Exponate, die weltweit für Events zur Verfügung gestellt werden sollen.
"Wert hat sich vervierfacht"
Das Konzept ist im Prinzip das gleiche wie bei einem herkömmlichen Aktien- oder Rohstofffonds. Angesichts der Finanzkrise, sinkender Aktienkurse und Abschreibungen in Milliardenhöhe suchen Anleger verstärkt alternative Investitionsmöglichkeiten. Das führt derzeit zu einem ungewöhnlich hohen Interesse an Kunst, alten und teuren Weinen und Diamanten.
"Es gibt einige sehr große Memorabilien-Sammlungen. Ihr Wert hat sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Nun versuchen Fonds aufzuzeigen, dass der Rock- und Popmarkt nicht nur eine Fan-, sondern auch eine finanzielle Basis hat", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Chef des Spezialauktionshauses The Fame Bureau, Ted Owen.
Erfolgreicher Kunstfonds
Ein auf Kunst spezialisierter Fonds, der 2001 gegründete Fine Arts Fund, sorgt in Großbritannien seit Jahren für Furore: Er investiert in Alte Meister, Impressionisten, chinesische und ausgewählte zeitgenössische Kunst. Vom Fonds weiterverkaufte Kunstwerke erzielten im Schnitt um 58 Prozent höhere Preise als beim Ankauf.
Marquee Capital will dieses Konzept nun auf die Promiwelt umlegen. "Madonna ist eine gute Investition. Sie ist die erfolgreichste Popkünstlerin aller Zeiten", sagte Marquee-Capital-Gründer Chetan Trivedi. Und vor allem: "Viele ihrer aktuellen Fans werden innerhalb der nächsten zehn Jahre ihr Vermögen anhäufen."
Madonna und mehr
Der Fonds begann 2006, bei Auktionen und aus Privatbesitz Starsouvenirs zu kaufen, und besitzt inzwischen über 125 Madonna-Exponate, etwa das Kleid aus dem "Material Girl"-Video.
Außerdem besitzt das Unternehmen zahlreiche Exponate aus der Karriere der Jackson Five, etwa den handschriftlich verfassten Text zu "ABC", einem der größten Hits der Band rund um den jungen Michael Jackson, und eine Testpressung von "I Want You Back".
"Diva mit dem höchsten Sammlerwert"
Vom britischen Sammler-Fachmagazin "Record Collector" wurde Madonna in der Liste der "Diven mit dem höchsten Sammlerwert" auf Nummer eins gereiht. Ein unabhängiger Analyst gestand dem Fonds zu, mit seinen ersten Ankäufen bis Ende 2007 35 Prozent an Wert gewachsen zu sein.
Beim Versteigerungshaus Christie's heißt es hingegen, der Wert von Madonna-Reliquien bei Auktionen schwanke stark, weil auch viel minderwertige Gegenstände auf dem Markt seien.
Millionen für E-Gitarren
Marquee Capital strebt nach eigenen Angaben eine Kapitalausstattung von rund fünf Millionen Euro an. Für den ähnlich angelegten Gitarren-Fonds der Investmentfirma Anchorage Capital Partners sind das Peanuts: Investoren sollen hier rund 67 Millionen Euro anlegen.
Der Fonds investiert in luxuriöse E-Gitarren-Sammlerstücke und in Instrumente, die durch die Hände von Musikstars gegangen sind. Dass sich damit tatsächlich viel Geld machen lässt, zeigen etliche Auktionen der letzten Jahre. Den Gitarrenrekord hält die frühere Fender Stratocaster von Eric Clapton, die vor vier Jahren um 650.000 Euro den Besitzer wechselte.
Zu den Pionieren der Symbiose aus Musik- und Finanzwelt gehört David Bowie: Er brachte 1997 als erster Künstler eine Anleihe auf fast 300 seiner früheren und zukünftigen Songs heraus und verdiente damit auf einen Schlag 37 Mio. Euro.
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