In dem Untersuchungsbericht der US-Regierung ist außerdem von Sexaffären und Drogenkonsum die Rede. Als Geschenke erhielten die Regierungsbeamten teure Ski- und Golfurlaube.
"Keinerlei Bedauern"
Mitarbeiter des für Bodenschätze zuständigen Minerals Management Service (MMS) hätten "eine ganze Reihe von Geschenken und Begünstigungen von Öl- und Erdgasunternehmen" erhalten, schreibt der Aufsichtsbeauftragte der Behörde, Earl Devaney.
"Als sie von unseren Prüfern darauf angesprochen wurden, hat keiner der Angestellten eine Spur von Bedauern gezeigt", so Delaney.
Zuständig für Förderlizenzen
Nach seinen Angaben sollen sich zumindest 19 ehemalige und derzeitige Mitarbeiter der Büros in Denver und Washington zwischen 2002 und 2006 der Korruption schuldig gemacht haben.
Die Mitarbeiter waren u. a. für die Vergabe von Förderlizenzen zuständig. In dem Bericht werden etwa die Erdölunternehmen Chevron und Shell genannt.
Geschenke, Drogen, Sexaffären
Von wem die verbotenen Geschenke letztlich kamen, geht aus der Untersuchung nicht hervor, allerdings zeichnet sie ein bedenkliches Bild.
Er sei bei seiner Revision auf ein "Klima von Drogenmissbrauch und Promiskuität" und "moralischen Verfehlungen" gestoßen, so Delaney. Mehrere Mitarbeiter hätten eingeräumt, verbotene Suchtmittel konsumiert zu haben. Alkohol sei bei geschäftlichen Kontakten mehr oder minder regelmäßig geflossen.
Zu betrunken für die Heimreise
MMS-Mitarbeiter hätten sich von Unternehmen Übernachtungen finanzieren lassen, "nachdem sie zu beeinträchtigt waren, um nach Hause oder ins Hotel zu fahren", so Delaney. Dieselben Regierungsangestellten hätten "gelegentliche sexuelle Kontakte zu Geschäftspartnern" unterhalten.
Für die US-Regierung beschrieb der Vorsitzende des nationalen Rohstoffausschusses, Nick Rahall, die Vorgänge in dem Ministerium "als dermaßen haarsträubend", dass sie eigentlich nur dem Drehbuch einer TV-Serie entstammen könnten - "einer, die man nicht zur Familiensendezeit ausstrahlen darf", fügte Rahall hinzu.
"Deutlich 'andere' Prioritäten"
Dass die Leistungen in der Abteilung zu wünschen übrigließen, wundert ihn nicht. "Die Angestellten hatten in diesem Büro deutlich 'andere' Prioritäten."
Die interne Untersuchung, deren Resultat satte 470.000 Seiten Text sind, zog sich über zwei Jahre und kostete rund fünf Mio. Dollar. Sie stützt sich auf über 230 Zeugenaussagen.
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