Kurz vor seinem 66. Geburtstag
Hayes wäre in wenigen Tagen, am 20. August, 66. Jahre alt geworden. Jahrzehntelang war er ein Star - als Sänger, als Komponist und auch als Schauspieler. Der Mann mit der dunklen Soul-Stimme gehörte zu den einflussreichsten Entertainern der USA. Mit dem Album "Shaft" war ihm 1971 der Durchbruch gelungen.
Vom Kirchenchor ins Musikbusiness
Als Hayes mit fünf Jahren das erste Mal öffentlich sang, ahnte niemand, dass dieser kleine Bursche zu einem der Väter des Soul aufsteigen würde. Im Kirchenchor seiner Heimatstadt Covington, einem verschlafenen Nest in Tennessee, nahm seine Karriere 1947 ihren Anfang.
Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er in ärmlichen Verhältnissen bei seinen Großeltern auf und brachte sich das Klavier-, Orgel- und Saxofonspielen selbst bei. Mit 16 Jahren zog die Familie nach Memphis, wo sich Hayes nach dem Abbruch der Highschool mit Gelegenheitsjobs als Koch, Fabriksarbeiter und Versicherungskaufmann durchschlug.
Immer wieder spielte er in verschiedenen Bands, deren Bestehen meist nur von kurzer Dauer war. 1964 kam er als Song-Schreiber zum Soul-Label Stax Records, in dessen Hausband er auch als Keyboarder spielte. Zusammen mit dem Texter David Porter schrieb Hayes unter anderem Hits wie "Soul Man", "When Something Is Wrong with My Baby" und "I Thank You" für Sam and Dave, "B-A-B-Y" für Carla Thomas und "Your Good Thing Is About to End" für Mable John and Lou Rawls.
Durchbruch mit "Shaft"
Sein Solodebüt präsentierte Hayes 1967 mit "Presenting Isaac Hayes". Zwei Jahre später erstürmte er mit "Hot Buttered Soul" bereits die Charts, bevor ihm 1971 mit dem Album "Shaft" der endgültige Durchbruch gelang.
Der Soundtrack zum gleichnamigen Film von Gordon Parks brachte ihm jeweils einen Oscar, Grammy und Golden Globe ein. Der Titelsong "Shaft" wurde mit seiner Mischung aus Streichern, Holzbläsern, Wah-Wah-Gitarren und Hayes' sonorer Stimme zum Nummer-eins-Hit.
Zahlreiche Rollen als Schauspieler
Auch wenn Hayes in den 70ern weiterhin erfolgreiche Alben einspielte, blieb "Shaft" einzigartig. Neben seiner Arbeit als Musiker und Komponist stieg er Anfang der 80er als Schauspieler ins Filmgeschäft ein.
Im Kino war er unter anderem in "Die Klapperschlange" (1981), "Robin Hood - Helden in Strumpfhosen" (1993), "Flipper" (1996), dem Remake von "Shaft" (2000) und in "Wild Christmas" (2000) zu sehen. Auch in TV-Serien wie "Detektiv Rockford: Anruf genügt", "Das A-Team" und "Miami Vice" spielte Hayes mit - meistens in der Rolle des Bösewichts.
"Afrikanischer König"
Aufgrund seines sozialen Engagements wurde der Scientologe 1995 in Ghana zum König ehrenhalber ernannt, was ihm den zusätzlichen Namen "Nene Katey Ocansey I." einbrachte. Im März 2002 bekam er einen Platz in der Rock & Roll Hall of Fame.
"South Park"-Stimme
Jahrelang lieh Hayes auch dem "Chef" in der bissigen TV-Satire "South Park" seine Stimme - bis der bekennende Scientologe 2006 mit der Begründung ausstieg, die Serie würde sich "unangemessen" über Religion und Glaubensfragen lustig machen und dadurch Intoleranz erzeugen.
Soziales Engagement
Als Bürgerrechtler engagierte sich Hayes für die Rechte der Schwarzen. In den 60ern ging er dafür an der Seite von Martin Luther King auf die Straße. Die Isaac Hayes Foundation organisiert Benefizkonzerte und setzt sich für die Alphabetisierung, Ausbildung und Erziehung verarmter Minderheiten auf der ganzen Welt ein.