Mit Sinowatz verliere Österreich nicht nur einen aufrechten Patrioten und engagierten Staatsmann, sondern auch einen warmherzigen und liebenswürdigen Menschen, so Fischer. Immer sei es ihm in der Politik um den Dienst an seinen Mitmenschen gegangen.
Prammer würdigt legendäres Zitat
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) erklärte vor allem unter Hinweis auf Sinowatz' Wirken als Unterrichtsminister, mit ihm habe Österreich einen Mann verloren, der in seiner langen politischen Laufbahn mehr für sein Heimatland und für Österreich getan habe, als ihm zugestanden werde.
Sinowatz sei wegen seines Ausspruchs, dass "alles sehr kompliziert" sei, vielfach kritisiert worden, so Prammer außerdem. Für jeden denkenden Menschen sei dieser Ausspruch aber Ausdruck einer tiefen Weisheit, die den Menschen und Politiker Sinowatz geprägt habe.
Für Faymann "wahrer Menschenfreund"
SPÖ-Chef Werner Faymann sprach von einem "großen Politiker und wahren Menschenfreund", der Unschätzbares für die Österreicher geleistet habe und erinnerte daran, dass Sinowatz als Politiker im Gedächtnis behalten werden wollte, "für den Politik nicht nur ein vordergründiges Geschäft war".
Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) würdigte Sinowatz' "unermüdliche Arbeit für die Menschen und die Zukunft des Landes" als Bildungsminister. Auch als Kunstminister habe Sinowatz unbezahlbare Arbeit für die Öffnung des Landes geleistet.
Vranitzky: "Unvergesslicher Freund"
Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sagte, man habe "einen aufrechten Weggefährten und wahren Freund verloren." ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer erklärte, Sinowatz habe der österreichischen Bildungspolitik seinen Stempel aufgedrückt und dabei viele Bildungsbarrieren abgebaut.
Ex-Kanzler Franz Vranitzky meinte, sein Vorgänger sei allen Herausforderungen, "die mit Wucht seine eigene Person betrafen", mit Gelassenheit und Überblick begegnet. Sinowatz sei eine "großartige Persönlichkeit", ein "weiser Gesprächspartner" und ein "unvergesslicher Freund" gewesen.
Molterer zollt "höchsten Respekt"
ÖVP-Chef Wilhelm Molterer zollte Sinowatz' Leistungen "höchsten Respekt". Er habe die österreichische Bildungslandschaft maßgeblich geprägt. Dafür gebühre ihm großer Dank. Österreich verliere einen engagierten Politiker und fundierten Historiker.
Mit Betroffenheit reagierte auch der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen. Sinowatz habe "eine schwierige Kanzlerschaft" gehabt und zum Unterschied von anderen in der SPÖ einen ersten Schritt weg vom damals umstrittenen Plan eines Donaukraftwerks Hainburg hin zum heutigen Nationalpark gemacht.
FPÖ verweist auf schweres Kreisky-Erbe
FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache meinte, als erster Kanzler nach Bruno Kreisky habe Sinowatz ein großes Erbe zu bewältigen gehabt. Seine Menschlichkeit habe ihn quer über alle Parteigrenzen hinweg zu einem geschätzten Gesprächspartner gemacht, in der Koalition mit der FPÖ sei er ein fairer Partner gewesen.
BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz befand, dass Österreich mit Sinowatz einen bedeutenden Politiker der Nachkriegsgeneration verliere. Sinowatz habe als Nachfolger von Kreisky kein leichtes Erbe angetreten und habe im Gegensatz zu seinen Nachfolgern quer über alle Parteigrenzen die Zusammenarbeit gesucht.
Kondolenzbuch für Bevölkerung
Im Bundeskanzleramt soll die Bevölkerung ab Dienstagnachmittag die Gelegenheit zu persönlichen Würdigungen haben. Die ersten Einträge in dem drei Tage lang aufliegenden Kondolenzbuch wollen Fischer und Gusenbauer vornehmen - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
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