23 Menschen wurden bei dem Anschlag in dem überwiegend von Sunniten bewohnten Viertel verletzt, berichtete die irakische Nachrichtenagentur Aswat el Irak unter Berufung auf die Polizei. Bei den drei weiteren Attentaten wurden mehr als ein Dutzend Menschen verletzt.
Ein Sprengsatz, der vor dem El-Kindi-Spital im Zentrum von Bagdad explodierte, verletzte neun Menschen, darunter drei Polizisten. Zwei Passanten wurden durch eine Bombe verwundet, die nahe einer Tigris-Brücke in der Stadtmitte detonierte. Ein weiterer Sprengkörper, der unter einer Tigris-Brücke im Südwesten von Bagdad platziert worden war, verletzte vier Zivilisten, meldete Aswat el Irak.
Verbesserte Sicherheitslage
Dennoch sind größere Anschläge mit Autobomben in der irakischen Hauptstadt im Zuge der verbesserten Sicherheitslage zuletzt relativ selten geworden. Insgesamt ist die Zahl der Gewalttaten in dem Golfstaat auf einen so niedrigen Stand wie zuletzt Anfang 2004 zurückgegangen.
Umstrittenes Wahlgesetz
Unterdessen scheiterte im irakischen Parlament die zweite Abstimmung über ein umstrittenes Wahlgesetz. Nach stundenlangen Bemühungen um ein Votum in der parlamentarischen Sommerpause wurde die Sondersitzung auf unbestimmte Zeit verschoben. Eine erste Abstimmung hatten kurdische Abgeordnete boykottiert. Sie lehnen das Gesetz im Zusammenhang mit einem Streit um die nordirakische Ölstadt Kirkuk ab.
Dort starben vor einer Woche mindestens 20 Menschen bei einem Selbstmordanschlag während Demonstrationen gegen das umstrittene Gesetz zu den Provinzwahlen.
Nun gibt es Befürchtungen, dass der Konflikt um Kirkuk die Sicherheit im Irak erneut gefährden könnte. Die irakischen Kurden will Kirkuk der nahe gelegenen Autonomieregion Kurdistan zuschlagen. Aber viele Bewohner der Stadt mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen wollen, dass sie unter der Kontrolle der Zentralregierung in Bagdad bleibt.