Tausende seit Jahresbeginn freigelassen

US-Armee lässt im Irak mehr als 10.000 Gefangene frei.
Die US-Armee hat nach eigenen Angaben im Irak seit Jahresbeginn über 10.000 Menschen aus ihren Gefangenenlagern freigelassen - mehr als im gesamten Jahr 2007.

Derzeit würden allerdings weiterhin rund 21.000 Verdächtige in Gefängnissen im Irak festgehalten, teilte die Armee am Samstag mit.

Die verbleibenden Gefangenen der USA im Irak, zu denen auch zwölf Frauen, rund 300 Jugendliche und 200 Verdächtige aus Drittländern zählen, werden nach Angaben der US-Armee in den zwei Lagern Camp Cropper in der Nähe des Bagdader Flughafens und Camp Bucca in der Nähe der südirakischen Stadt Basra festgehalten.

"Dringliche Sicherheitsgründe"
Laut dem UNO-Mandat für die internationalen Truppen können diese im Irak "aus dringlichen Sicherheitsgründen" jederzeit jedermann festnehmen. Im Schnitt bleiben die Verdächtigen laut US-Armee dann 330 Tage in einem der beiden Gefangenenlager. 2007 waren 8.900 Menschen freigelassen worden.

Zwei US-Soldaten vor Militärgericht
Zwei US-Soldaten wurden unterdessen beschuldigt, einen irakischen Gefangenen ermordet zu haben. Wie die US-Armee am Samstag mitteilte, müssen sich Leutnant Michael Behenna und Unteroffizier Hal Warner vor der US-Militärjustiz im Irak wegen mit Vorbedacht ausgeführten Mordes, Falschaussagen und Behinderung der Justiz verantworten.

Behenna soll den Gefangenen Ali Mansur Mohammed mit einer Pistole erschossen haben. Die Tat soll im oder nahe dem US-Militärstützpunkt Forward Operating Base Summerall im Zentralirak verübt worden sein. Mit ihren Falschaussagen sollen die beiden Soldaten den Eindruck erweckt haben, der Gefangene sei um den 16. Mai freigelassen worden.

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