Alles nur ein Fake?

Niemand weiß, wo der angebliche Kadaver jetzt ist.
UFOs, Außerirdische und Monster haben im Web immer Hochkonjunktur, aber das Bild hat sich wie ein Lauffeuer im Internet verbreitet: Vor einigen Tagen veröffentlichte die US-Klatschwebsite Gawker das Foto einer rätselhaften Kreatur, angeblich gefunden am Strand bei Montauk auf Long Island (US-Bundesstaat New York).

Seitdem wird gerätselt, was der Kadaver sein könnte. Bizarre Theorien wurden aufgestellt, es könnte sich aber genauso gut um einen toten Hund oder einen gut platzierten Fake handeln.

Nur ein Marketinggag?
Lange, scharfe Zähne, Klauen, die fast an Finger erinnern, eine merkwürdige Nase und gänzlich ohne Fell: So zeigt das Bild einen im Sand liegenden Kadaver.

Gawker selbst vermutete einen Marketinggag für ein neues Produkt - etwa für eine neue Fernsehserie über mysteriöse Tiersichtungen, die demnächst im US-TV starten soll. Die Frau, die der Site das Foto zugespielt hatte, bestreitet das aber.

Plötzlich verschwunden?
Doch allein die Herkunft des Fotos ist rätselhaft: Die Frau, will es von ihrer Schwester erhalten haben, die eine der Augenzeugen des Fundes gewesen sei. Lokale Medien zitieren indes auch andere Zeugen, die den Kadaver gesehen haben wollen.

Noch bevor die gerufenen Behörden eingetroffen seien, war der Kadaver weg, sagt etwa der Kellner eines nahen Strandrestaurants. Wo die Kreatur hingekommen ist, weiß offenbar niemand - abgesehen von drei wenig glaubwürdigen jungen Frauen, die einem lokalen TV-Sender im Plauderton verrieten, sie hätten sie versteckt und würden nun auf Wissenschaftler warten, die sie kontaktieren sollten.

Auch CNN und Fox spielen mit
Dem Medienhype konnten sich schließlich auch die großen Fernsehsender wie CNN und Fox News nicht entziehen. Auch sie brachten Reportagen über den merkwürdigen Fund.

Zumindest die Größe der Kreatur scheint geklärt: Während sie auf den ersten Blick riesig aussieht, dürfte sie gerade einmal 80 bis 90 Zentimeter groß sein. Davon gehen jedenfalls spitzfindige Internet-User aus, die einen dunklen Fleck auf der Schulter als Fliege identifiziert haben.

Pitbull, Waschbär, Schildkröte
Das Rätselraten, worum es sich bei dem Kadaver handelt, geht indes munter weiter: Ein toter Pitbull ohne Fell mit eingeschlagener Schnauze scheint die plausibelste Theorie zu sein. Andere vermuten einen toten Waschbären, und sogar ein Schildkröte ohne Panzer wird genannt - ohne freilich zu erklären, wie Fell bzw. Panzer abhandengekommen sein könnten.

Zuletzt hieß es, es könnte sich auch um eine Art Wasserratte handeln.

Entflohen aus Forschungszentrum?
Die abenteuerlichste Theorie - ganz im Stil der Fernsehserie "Akte X" - ist freilich, dass es sich um eine Chimäre handelt: Ganz in der Nähe vom Fundort befindet sich ein Regierungsforschungszentrum für Tierseuchen, dort könnte die Kreatur geschaffen worden sein und später Reißaus genommen haben.

Nur eine gute Fälschung?
Andere Medien wiederum spekulieren, es könnte sich einfach um eine Fälschung handeln und der Kadaver sei in Wahrheit aus Latex oder das Bild eine durchaus gelungene Photoshop-Arbeit. Ein zweites Bild aus anderer Perspektive, das mittlerweile publiziert worden ist, ist ganz offensichtlich gefälscht.

Das schreibt auch Gawker, das den Hype um die Story nun genüsslich täglich weiterverfolgt. Dabei ist der Webdienst selbst auch nicht ganz unverdächtig: Redakteure werden dort nach den Klicks auf ihre Storys bezahlt - und da könnte sich die Investition in ein paar Stunden Bildbearbeitung mehr als rentiert haben.

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