Wie die Steuerlast verteilt ist

Neue Regeln fürs Erben und Schenken.
Wird mit der Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer der Mittelstand entlastet, wie ÖVP und Wirtschaftskammer behaupten? Oder profitieren ab sofort vor allem die Reichen, wie SPÖ und Gewerkschaft meinen?

Ein Blick auf die Steuerstatistik des Finanzministeriums zeigt zwar, dass es im Vorjahr bei zwei Dritteln der Steuerpflichtigen nicht um Reichtümer, sondern um Vermögen bis zu 7.300 Euro ging. Am stärksten profitieren werden von der gefallenen Steuer aber naturgemäß die wenigen Millionenerben.

111,5 Mio. Euro Einnahmen
Im Vorjahr hatte die Erbschafts- und Schenkungssteuer insgesamt 111,5 Mio. Euro erbracht (inklusive Schenkungs- und Stiftungseingangssteuer 131,5 Mio. Euro).

Auf die unteren zwei Drittel der Steuerpflichtigen entfielen allerdings nicht einmal zehn Prozent der Einnahmen: 66.099 Betroffene mit einem Erbe bzw. einer Schenkung von maximal 7.300 Euro bezahlten laut der Steuerstatistik des Finanzministeriums 9,5 Mio. Euro und damit im Durchschnitt 144 Euro pro Fall.

Bei vielen war das Erbe so niedrig, dass abzüglich der Freibeträge keine Steuer mehr fällig wurde, sondern nur Grundsteuer für vererbte Liegenschaften zu bezahlen war.

Meist geringere Summen
Die große Masse des Steueraufkommens wurde im Vorjahr von jenen geleistet, die Erbschaften und Geschenke zwischen 7.300 und 109.500 Euro zu versteuern hatten. Diese 35.733 Personen führten 63,3 Mio. Euro an Erbschafts- und Schenkungssteuer ab - durchschnittlich also 1.772 Euro pro Fall.

Deutlich stärker spüren wird die Abschaffung der Erbschaftssteuer die Gruppe zwischen 109.500 und einer Million Euro: Diese 1.219 Steuerfälle brachten im Vorjahr 29,9 Mio. Euro, im Durchschnitt also 24.523 Euro pro Fall.

Die Reichsten profitieren am meisten
Individuell am stärksten profitieren wird von der Abschaffung der Steuer allerdings naturgemäß die überschaubare Gruppe mit einem "steuerpflichtigen Erwerb" von über einer Million Euro.

Im Vorjahr waren das 24 Erbschaften und Schenkungen, die 8,8 Mio. Euro an Steuern einbrachten. Wäre die Erbschafts- und Schenkungssteuer schon 2007 gefallen, hätte sich jeder aus dieser Gruppe durchschnittlich 366.186 Euro erspart.

Die größten Erbschaften
Allein die fünf größten Fälle - vier Erbschaften und eine Schenkung im Wert von jeweils über 4,38 Mio. Euro - brachten im Vorjahr 4,9 Mio. Euro in die Staatskasse. Noch extremer war das Verhältnis im Jahr 2006: Damals erbrachten die größten vier Erbschaften 23,5 Mio. Euro und damit fast ein Viertel der Gesamteinnahmen.

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