Internes Papier sieht Mehrkosten

Wie viel wird die Koralmbahn tatsächlich kosten?
Die ÖBB kommen nicht aus den Schlagzeilen. Wie ein internes Papier behauptet, ist die Finanzierung des Vollausbaus der Koralmbahn, eines Prestigeprojekts der Bahn, ungeklärt.

Konkret dürften sich die Gesamtkosten um mindestens 250 Millionen Euro auf 5,25 Milliarden Euro erhöhen, wie das Ö1-Journal am Donnerstag berichtete.

Die Koralmbahn ist das derzeit größte Projekt zum Ausbau des österreichischen Bahnnetzes. Damit soll erstmals eine direkte Bahnverbindung zwischen Graz und Klagenfurt gebaut werden. Herzstück ist der Koralmtunnel unter der Koralpe.

"Betriebswirtschaftlich unrentabel"
Das Projekt war lange umstritten, die ÖBB argumentierten, es sei betriebswirtschaftlich unrentabel.

Auf Druck der Politik verpflichteten sich schließlich die Republik Österreich, die Länder Kärnten und Steiermark sowie die ÖBB vertraglich dazu, die Koralmstrecke bis zum Jahr 2018 zu bauen.

250 Mio. mehr
Basierend auf diesem Vertrag haben die ÖBB die Finanzierung und die Fertigstellungstermine für die wichtigsten Teilbereiche in ihren Rahmenplänen festgelegt. Als Gesamtkosten wurden fünf Milliarden Euro veranschlagt.

In einem neuen internen Papier aus Kreisen des ÖBB-Aufsichtsrates heißt es jetzt, dass die Teilbereiche, die nicht im Rahmenplan festgelegt, für den Vollausbau der Koralmbahn aber notwendig sind, die Gesamtkosten um mindestens 250 Millionen Euro auf 5,25 Milliarden Euro erhöhen dürften - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Verbindung zum Flughafen nicht enthalten
So ist etwa der Ausbau des Streckenabschnittes Feldkirchen - Flughafen - Werndorf nicht im ÖBB-Rahmenplan bis 2013 vorgesehen. Allein dieser Abschnitt kostet laut ÖBB-Infrastruktur Bau AG mehr als 200 Millionen Euro.

Noch weitere Kosten könnten drohen
In dem Papier wird außerdem befürchtet, dass die Kosten für Oberleitungen, Signal- und Sicherheitstechnik zu niedrig bewertet wurden - ähnlich wie beim Bahnausbau im Tiroler Unterinntal, der sich um rund 260 Millionen Euro verteuert.

ÖBB: Plan wird eingehalten
ÖBB-Sprecherin Bettina Gusenbauer betonte, dass die Finanzplanung laut Rahmenplan eingehalten werde und dass die nicht im Rahmenplan festgelegten Bauprojekte auch nicht zum Vollausbau der Koralmbahn notwendig seien.

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