Kostbares Gewicht - oder teure Lizenzen?

US Airways wirft im Zuge der Treibstoffdebatte beim Fliegen das Entertainment-System hinaus.
Die Ölpreisexplosion hat der Luftfahrtbranche binnen Jahresfrist einen Kerosinpreisanstieg von 90 Prozent beschert. Mit Jobabbau, Streckenstreichungen und höheren Treibstoffzuschlägen versuchen viele Airlines jetzt, drohenden Verlusten zu entgehen.

Die Airlines sind in der letzten Zeit beim Treibstoffsparen aber auch zunehmend erfinderisch geworden. Zwei Trends zeichnten sich zuletzt ab: langsamer fliegen (wie etwa von Brussels Airlines praktiziert) und Gewicht sparen.

American Airlines verlangt inzwischen einen Zuschlag von 15 Dollar für das erste Gepäckstück, immer mehr Konkurrenten ziehen nach.

Ist das Entertainment-System zu schwer?
Konkurrent US Airways geht noch zusätzlich ins Detail bei der Suche nach unnötigem Gewicht. Auf Inlandsflügen will US Airways die Entertainment-Systeme an Bord ausbauen. Das bedeutet, dass Passagiere keine Filme mehr an Bord schauen können.

Zehn Millionen Dollar solle der Ausbau des 227 Kilo schweren Entertainment-Systems insgesamt an Ersparnis bringen, rechnet Airline-Sprecher Phil Gee vor.

200 Flieger ohne Filme
200 Flugzeuge sollen in Zukunft bei US Airways ohne das Entertainment-System auskommen. Ausgenommen bleiben Flüge nach Hawaii und internationale Destinationen - da wird man weiterhin Filme an Bord sehen können.

Um die Kunden nicht ganz zu verärgern, fügt man hinzu: Man teste ein leichteres TV-System am Ende des Jahres.

In Wahrheit Ersparnis bei Lizenzkosten?
Ob die Gewichtsersparnis freilich der wahre Grund ist, darf bezweifelt werden. Sparen wird die Airline vor allem bei den hohen Lizengebühren an die US-Studios, für die das Filmangebot an Bord immer ein höchst lukratives Geschäft war. Abzuwarten bleibt, ob im Zuge von Sparprogrammen andere Airlines nachziehen.

Ein Inflight-Entertainment-System kostet pro Flieger, je nach Größe und Ausstattung, zwischen zwei und fünf Millionen Dollar.

Vielleicht spart so manche Airline demnächst ja auch bei den Audioangeboten. Die Musikuntermalung nach dem Landen halten ohnedies viele Passagiere für eine unnötige Belästigung.

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