Weil man die zweitstärkste Partei in Tirol sei, in Wien aber viele Entscheidungen fielen, sei es logisch, dass man bei der Nationalratswahl kandidiere. Dinkauser bestätigte, dass er auf jeden Fall in Tirol antreten werde. Für eine bundesweite Kandidatur möchte er in den kommenden Tagen die - gerade auch finanzielle - Lage sondieren.
"Viele, die anrufen"
"Es gibt viele Leute, die anrufen und bitten, dass man auch österreichweit kandidiert. Das Herz sagt Ja, das Hirn sagt: Wo sind die Helden, wo sind die Finanziers?"
Dinkhauser sprach sich für eine Aufbruchsstimmung und eine neue soziale Bewegung aus - dafür müsse man Unterstützer finden. "Es gibt Stimmen, die nach einer neuen demokratischen Bewegung verlangen, die wieder etwas mit dem Bürger zu tun hat", so Dinkhauser in der ZIB.
"Die Leute haben nichts zu sagen"
"Wir haben de facto eine demokratische Diktatur, die Leute haben nichts mehr zu sagen, und wir lösen auch keine Probleme mehr", kritierte Dinkhauser.
Seine Entscheidung, in Tirol anzutreten, sei "fix". Sollten aus den Bundesländern Wünsche für ein bundesweites Antreten seiner Liste kommen, sei er "bereit, darüber nachzudenken".
Ziel bei der Nationalratswahl müsse sein, "auf jeden Fall über vier Prozent zu kommen".
"Schauen, was machbar ist"
Schon am Vormittag meinte Dinkhauser gegenüber der APA, es gebe aus Wien, dem Burgenland, der Steiermark und Oberösterreich "sehr ernsthafte" Anfragen von Gewerkschaftern, Bürgermeistern, Wirtschaftlern und Ärzten. Es gelte jetzt zu überlegen, was machbar sei und was nicht.
Dinkhauser schaffte bei der Tiroler Landtagswahl am 8. Juni aus dem Stand 18,35 Prozent und wurde mit seiner Liste Fritz Dinkhauser - Bürgerforum Tirol zweitstärkste Fraktion im Landtag. Eine Regierungsbeteiligung scheiterte jedoch.
Gurgiser will nicht in Nationalrat
"Null Interesse", in den Nationalrat einzuziehen, bekundete unterdessen der Landtagsabgeordnete für die Liste Dinkhauser und Transitforum-Chef Fritz Gurgiser. Angesprochen auf einen Bericht der "Tiroler Tageszeitung" (Mittwoch-Ausgabe), wo er den Entschluss Dinkhausers als Fehlentscheidung bezeichnet, gab er sich zurückhaltend. Dessen Entscheidung, bei der kommenden Nationalratswahl anzutreten, sei zu respektieren.
Zwischen ihm und Dinkhauser werde es in diesem Fall eine Arbeitsteilung geben. Gurgiser werde sich dann in Tirol für das Bürgerforum starkmachen. "Sonst ist es eine Eintagsfliege", sagte Gurgiser.
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