Miteigentümer schweigt

WAZ will Anti-EU-Kurs der "Krone" nicht kommentieren.
Der deutsche Hälfteeigentümer der "Kronen Zeitung", die WAZ-Gruppe, hält angesichts der medial intensiv kritisierten Anti-EU-Kampagne Hans Dichands den Ball flach.

Während die WAZ den "Krone"-Herausgeber im Zusammenhang mit früheren Kampagnen immer wieder zur Räson gerufen hat, will sie "die Ansichten und Aktivitäten von Herrn Dichand" diesmal nicht "öffentlich kommentieren", so WAZ-Unternehmenssprecher Paul Binder auf APA-Anfrage.

Beide Seiten in Friedensgesprächen
Grund für die Zurückhaltung: "Um die laufenden Vergleichsgespräche nicht mit zusätzlichen Themen zu belasten." Die seit Jahren zerstrittenen Hälfteeigentümer WAZ und "Kronen Zeitung" bemühen sich seit mehr als einem Jahr um ernsthafte Friedensgespräche mit dem Ziel, "zu einer normalen Kooperation zurückzufinden und die juristischen Streitigkeiten endgültig beizulegen", so Binder damals.

Das Phänomen, dass Dichand nicht nur in heimischen Medien, sondern auch international, etwa in der deutschen "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", als "Kanzlermacher" bezeichnet wird, dem sich die Regierungsspitzen beugen, will die WAZ ebenfalls unkommentiert lassen. "Der Verlag der WAZ Mediengruppe kommentiert keine politischen Vorgänge beziehungsweise Verhaltensweisen ausländischer Staatsmänner."

Dichand war gegenüber der APA zu keiner Stellungnahme bereit.