Internationales Aufsehen
Das Gesetz hat mittlerweile weltweit Interesse geweckt und ein für kommendes Jahr geplanter Bericht über die Wirksamkeit der Regelung, mit der vor allem Frauenhandel verhindert werden soll, wird mit Spannung erwartet.
An vieles dachten die schwedischen Gesetzgeber und die Exekutive. So werden Freier von Polizisten sogar geheim gefilmt, um ihnen ihre einschlägigen Absichten nachweisen zu können.
Verlagerung über die Brücke
Doch sie vergaßen die Brücke: Wenige Monate nach Inkrafttreten des Antiprostitutionsgesetzes wurde auch die längste Schrägseilbrücke der Welt, die neue Straßen- und Bahnverbindung über den Öresund, eröffnet. Sie verbindet das schwedische Malmö mit der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.
Denn die Brücke wurde zum Fluchttor für viele schwedische Freier. Die Folge: Laut der britischen Zeitung "Times" verdoppelte sich die Zahl der Prostituierten in Dänemark seitdem auf 6.000.
Völlig konträre Systeme
Die Brücke verbindet tatsächlich zwei Länder, die völlig konträre Ansätze im Umgang mit Prostitution haben. Anders als Schweden ist diese in Dänemark legal. Hier wird versucht, dem organisierten Verbrechen durch die Entkriminalisierung des Gewerbes den Boden zu entziehen, und es gibt zahlreiche soziale Anreize, um Sexarbeiterinnen aus dem Milieu zu holen.
Streit Befürworter - Kritiker
Das schwedische "Sexkauf-Gesetz" ist auch neun Jahre nach der Einführung weiterhin umstritten, während Verfechter des Gesetzes betonen, die Prostitution habe deutlich abgenommen.
Im März schätzte die Polizei, dass die Zahl der Prostituierten zwischen 1998 und 2003 um 40 Prozent - von 2.500 auf 1.500 - zurückging.
Kritiker dagegen vermuten, das Gesetz habe Prostitution lediglich in ein isolierteres und für Behörden schwerer kontrollierbares Umfeld abgedrängt - und nach Dänemark: Dort gibt es mittlerweile Bordelle, die gezielt um Kunden von der anderen Seite der Brücke werben.
Links:
- "Times"-Artikel
- "IHT"-Artikel
- Öresund-Brücke (Wikipedia)