Kein Interesse an grüner Welle

Die Autofahrer meiden den Ring nun völlig.
Seit Montagnacht ist die Wiener Ringstraße zwischen Heldentor und Schottentor wegen der Aufbauarbeiten und des Betriebs der Fanmeile während der Euro 2008 für den Verkehr gesperrt.

Tag drei des Fahrverbots hat am Mittwoch mit Staus und längeren Verzögerungen im Straßenverkehr begonnen.

"Es hat sich etwas Eigenartiges entwickelt. Die Autofahrer weichen brav aus, meiden nun aber den Ring völlig und fahren über den Schwarzenbergplatz/Lothringerstraße gleich direkt auf die Zweierlinie", sagte Michael Takacs von der Landesverkehrsabteilung Wien zur APA.

Autofahrer verzichten auf Ausweichroute
Die Ampelphasen auf der Ausweichroute - von der gesperrten Ringstraße über die Babenbergerstraße-Zweierlinie-Landesgerichtsstraße - wurde extra so programmiert, dass diese Umleitungsstrecke die grüne Welle hat.

Dadurch, dass die Autofahrer diese Strecke aber ganz meiden, komme es zu Verzögerungen im Bereich Wienzeile und Karlsplatz, so Takacs - mehr dazu in wien.ORF.at.

"Öffis" statt Auto
An die Autofahrer appellierte er, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. "Ausweichen heißt nicht nur, dem Ring auszuweichen und direkt auf die Zweierlinie zu fahren, sondern wenn geht großräumig über den Gürtel auszuweichen", so Takacs.

Das Fahrverbot bleibt bis 4. Juli, wenn die Aufräum- und Abbauarbeiten nach den Spielen abgeschlossen sind, durchgehend aufrecht.

Parkverbote werden zur Falle
Die Lage auf den Wiener Straßen könnte sich in den nächsten Tagen noch zuspitzen, denn auch Parkplätze könnten während der EM knapp werden. Besonders auf Durchzugsrouten wie auf dem Gürtel und in der Nähe von Fußballstadien und Fanzonen wird die Exekutive ein Auge auf Falschparker werfen, um den Verkehr flüssig zu halten.

Fahrzeugbesitzer müssen laut ÖAMTC-Jurist
Martin Hoffer damit rechnen, dass in zeitlicher Nähe zu einem Fußballmatch Halte- und Parkverbotstafeln sozusagen "über Nacht" aufgestellt werden können.

ÖAMTC appelliert an Abschleppdienste
"Wer nach Inkrafttreten des Verbots sein Fahrzeug dort stehen lässt, muss damit rechnen, dass das Fahrzeug abgeschleppt wird", so Hoffer. Theoretisch bestünde die Chance, dass man die Abschleppkosten nicht bezahlen muss, wenn die Aufstellung des Parkverbots nicht absehbar war. Wenige Tage vor den Spielen steigt aber die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Verbote.

An die Abschleppdienste appellierte der ÖAMTC, genau abzuwägen, wo die Entfernung eines Fahrzeuges notwendig ist. Die Erfahrung zeige, dass die Abschleppung selbst meist ein größeres Verkehrshindernis darstelle als ein falsch geparktes Auto.

Klagenfurt stellt um
Auch in den anderen Austragungsorten liefen die Vorbereitungen in den vergangenen Wochen auf Hochtouren. Klagenfurt hat für die EM ein neues Verkehrsleitsystem bekommen. Am Mittwoch traten die Maßnahmen in Kraft. Ab Freitag werden Teile der Innenstadt zur Fanmeile und damit zur Fußgängerzone - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

In einer Studie zur Beschilderung der EM-Stadien schnitt das Klagenfurter Wörtherseestadion allerdings am schlechtesten ab. Die Beschilderung sei "schlecht" und "verwirrend", so die Tester - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

7.000 Parkplätze in Salzburg
In der Host-City Salzburg wurde gerade rechtzeitig vor der EM das neue Parkleitsystem fertig. Die Planung dauerte drei Jahre. 35 elektronisch geregelte Hinweisschilder sollen Autofahrer zu 7.000 Parkplätzen führen.

Die elektronischen Schilder bilden einen Ring um die Innenstadt - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

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