Als Kandidaten werde ihm jetzt jede Äußerung zugeschrieben, die in der Trinity United Church of Christ (TUCC) falle, "auch wenn sie in völligem Widerspruch zu meinen langgehegten Überzeugungen steht", hieß es in einem an die Kirche gerichteten Brief.
Pastor als politische Bombe
Er habe sich die Entscheidung nicht leichtgemacht, hieß es in dem von Obama und seiner Frau Michelle unterzeichneten Schreiben weiter: "Durch Trinity habe ich zu Jesus Christus gefunden, dort wurde ich getraut, meine Kinder getauft."
Der Senator hatte sich erst vor kurzem von Aussagen seines ehemaligen Pastors Jeremiah Wright distanziert. Der hatte die US-Regierung für die Ausbreitung von Aids unter Schwarzen verantwortlich gemacht und den USA eine Mitschuld am Terror des 11. September 2001 gegeben.
Keine Vorwürfe an Kirche
Zuletzt sorgte ein katholischer Gastpriester in der Kirche für Aufsehen, der Obamas innerparteiliche Konkurrentin Hillary Clinton beschuldigte, in ihrer Wahlkampagne von Rassismus profitieren zu wollen - das in Form einer äußerst unvorteilhaften Parodie Clintons.
Der Präsidentschaftsbewerber betonte, er wolle der Kirche nichts vorwerfen. Leute, die das von ihm wollten, würden ihn "nicht interessieren". Außerdem ist der Austritt aus seiner Sicht auch für die Kirche das Beste, weil sie durch das mediale Interesse gelitten habe.
Auf der Suche nach neuer Kirche
"Ich habe keine Ahnung, wie sich das auf meine Präsidentschaftskampagne auswirken wird, aber ich weiß, dass es die richtige Entscheidung für mich und meine Familie war", heißt es in dem Schreiben weiter. "Politisches Theater" habe er dabei nicht im Sinn gehabt, so Obama.
Laut dem Brief wollen Obama und seine Familie eine neue Kirche suchen. Dass er sich vor dem Beginn des kommenden Jahres für eine Gemeinde entscheiden werde, sei jedoch unwahrscheinlich, schrieb er. Am Beginn des nächsten Jahres wird der nächste US-Präsident vereidigt.
Links: